Präsident verhängt Ausnahmezustand über Ecuador

Flughafen besetzt: Proteste der Sicherheitskräfte gegen Sparprogramm eskalieren

Quito. Im südamerikanischen Ecuador sind Proteste von Soldaten und Polizisten gegen Lohnkürzungen außer Kontrolle geraten. Präsident Rafael Correa sprach von einem "Putschversuch", nachdem Sicherheitskräfte den internationalen Flughafen der Hauptstadt Quito besetzt und das Kongressgebäude gestürmt hatten. Die Regierung verhängte den Ausnahmezustand.

"Es ist ein Putschversuch, der von der Opposition und bestimmten Teilen der Armee und der Polizei geführt wird", sagte Präsident Correa in einem Telefongespräch mit einem lokalen Fernsehsender. Seinen Angaben zufolge haben demonstrierende Polizisten versucht, zu seinem Aufenthaltsort in einem Krankenhaus vorzudringen. Regierungsmitglieder riefen das Volk dazu auf, den Staatschef vor den Demonstranten "zu retten".

Mit den Besetzungen protestierten die Soldaten und Polizisten gegen das Vorhaben der Regierung, finanzielle Vergütungen wie Dienstalterszulagen zu streichen. In einer Rede vor aufgebrachten Polizisten hatte Correa noch gestern eine Rücknahme der Reform ausgeschlossen. "Wenn ihr unser Land zerstören wollt, weiter so, aber dieser Präsident wird keinen Schritt zurücktun", sagte er.

Die Armeespitze stellte sich zunächst hinter Correa. In Washington kündigte die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) ein außerordentliches Treffen zu der politischen Krise in Ecuador an. Die US-Regierung erklärte, sie verfolge die Situation in dem südamerikanischen Staat genau. Das Nachbarland Peru schloss die Grenzen zu Ecuador.