In 107 Ländern gilt das Verbot von Streubomben

Die größten Militärmächte USA, China und Russland treten der Konvention nicht bei

New York. Es ist eine besonders heimtückische Waffe, die auch lange nach einem Krieg verheerende Schäden anrichten kann. Und es ist eine Waffe, die zu 98 Prozent nicht den Gegner, sondern ganz normale Zivilisten trifft. Eine einzige Streubombe setzt Hunderte kleinere Bomben frei, die ganze Landstriche verwüsten. Unzählige Blindgänger detonieren noch Jahrzehnte später und verletzen Unschuldige schwer. Bis heute, in vielen Teilen der Welt. Nicht selten sind die Opfer Kinder.

Am Sonntag tritt nun die Internationale Konvention zum Verbot von Streubomben in Kraft. Sie ist bisher von 107 Ländern unterzeichnet worden, darunter Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Norwegen, die noch Streubomben lagern. Deutschland will seinen Bestand nach Angaben des Bundesverteidigungsministeriums bis 2015 vollständig zerstören. Mehr als 30 Staaten haben das Abkommen ratifiziert - das ist die Voraussetzung für das Inkrafttreten. Allerdings haben bedeutende Streumunitions-Hersteller wie die USA, Russland und China die Konvention bislang nicht unterzeichnet, für sie gelten die Vorgaben nicht. Die drei schlagkräftigsten Militärmächte verfügten über die größten Bestände der heimtückischen Waffen, erklärte die Koalition gegen Streumunition, ein internationales Bündnis von Hilfsorganisationen. Sie sollten deshalb der Konvention beitreten.

Uno-Generalsekretär Ban Ki-moon sieht in dem Streubomben-Verbot dennoch einen wichtigen Fortschritt für die weltweiten Abrüstungsbemühungen. Ban erklärte, er sei "erfreut", dass die Konvention zum Verbot der "abscheulichen Waffen" endlich gelten werde. Entscheidend sei nun die "Kooperation" zwischen den Staaten bei der Anwendung. Besonders wichtig sei dabei auch die Betreuung der Opfer, erklärte der Uno-Generalsekretär.