Sarkozy geht nach Steuer- und Spendenaffäre in die Offensive

Paris. Der französische Arbeitsminister Eric Woerth hat sich im Steuerskandal um die L'Oréal-Erbin Liliane Bettencourt zur Zusammenarbeit mit den Ermittlern bereit erklärt. Und Präsident Nicolas Sarkozy will sich heute in einem Fernsehinterview von allen Vorwürfen reinwaschen. Woerth sagte nach einem Bericht des "Journal du Dimanche", die Untersuchung ermögliche ihm, die Wahrheit zu sagen.

Die Ermittler prüfen Vorwürfe, nach denen Bettencourt den Wahlkampf des späteren Präsidenten Nicolas Sarkozy vor drei Jahren heimlich mit beträchtlichen finanziellen Zuwendungen unterstützt haben soll. Woerth soll in seiner Funktion als Schatzmeister von Sarkozys Partei UMP eine Wahlkampfspende in Höhe von 150 000 Euro in bar entgegengenommen haben. Er selbst bestreitet das. Außerdem sieht sich Woerth dem Vorwurf ausgesetzt, in seiner Amtszeit als Haushaltsminister Steuerhinterziehung im Fall Bettencourt gedeckt zu haben.

Sarkozy steht heute Abend im TV-Sender France 2 eine Stunde lang Rede und Antwort. In dem Interview zur besten Sendezeit um 20.15 Uhr kämen außer der Rentenreform auch "alle Fragen der Aktualität" zur Sprache.