Griechen streiken wieder gegen Rentenreform und Sparprogramm

Athen. Mit einem landesweiten Streik haben Beschäftigte des öffentlichen Dienstes und der Privatwirtschaft gestern gegen die Rentenreform der sozialistischen Regierung in Griechenland protestiert. Die spürbarsten Beeinträchtigungen gab es im Verkehr: Flüge wurden gestrichen, Fähren blieben in den Häfen, Busse und Bahnen fuhren nicht. Auch öffentliche Ämter blieben geschlossen. Etwa 12 000 Demonstranten zogen in einem Protestmarsch zum Parlamentsgebäude, wo die Abgeordneten Details der Rentenreform erörterten. Das Parlament hatte das Gesetz am Mittwoch gebilligt. Die Reform sieht eine schrittweise Anhebung des Renteneintrittsalters von zurzeit 61,4 auf 65 Jahre sowie die Kürzung der Bezüge um durchschnittlich sieben Prozent vor.

Es war der sechste eintägige Streik der Gewerkschaften in diesem Jahr gegen den Sparkurs, mit dem die Regierung das Land aus der Finanzkrise führen will. Das Sparpaket wurde mit dem Internationalen Währungsfonds und der Europäischen Union vereinbart, um im Gegenzug auf Hilfskredite im Umfang von 110 Milliarden Euro zurückgreifen zu können.