Sarkozy in Geld-Affäre entlastet

Bettencourt-Buchhalterin korrigiert Spendenvorwürfe gegen Frankreichs Staatspräsidenten

Paris. In der Schwarzgeld-Affäre um Frankreichs Präsidenten Nicolas Sarkozy und die Multimilliardärin Liliane Bettencourt gibt es eine überraschende Wende. Die Hauptbelastungszeugin, Bettencourts Ex-Buchhalterin Claire Thibout, bezeichnete in der jüngsten Vernehmung bei der Polizei einen Teil der ihr zugeschriebenen Beschuldigungen als falsch.

"Ich habe niemals gesagt, dass Sarkozy regelmäßig Geldumschläge bekommen hat", zitierten französische Online-Medien aus dem Gesprächsprotokoll. Auch andere Aussagen von ihr seien von der Internet-Nachrichtenseite Mediapart nicht richtig wiedergegeben worden, sagte Thibout. "Rechtlich ist das ein Wendepunkt", sagte ein Sarkozy-Berater. Thibouts Anwalt kritisierte allerdings, die Ermittler hätten unangemessenen Druck auf seine Mandantin ausgeübt.

Laut Mediapart hatte Thibout gesagt, dass Bettencourt und ihr mittlerweile gestorbener Mann Sarkozy seit Jahren illegal unterstützen. Schon als Sarkozy Bürgermeister des Pariser Nobelvororts Neuilly war, habe er regelmäßig bei Abendessen im Hause Bettencourt seinen mit Scheinen gefüllten Umschlag abgeholt. In der heißen Phase des Präsidentschaftswahlkampfes 2007 sollen einmal 150 000 Euro von den Hauptaktionären des Kosmetikimperiums L'Oréal übergeben worden sein.

Sarkozy und der ebenfalls in der Affäre beschuldigte Arbeitsminister Eric Woerth haben wiederholt alle Vorwürfe als unwahr und haltlos zurückgewiesen. Gesetzlich erlaubt sind in Frankreich nur Parteispenden bis 7500 Euro im Jahr und 4600 Euro für einen Wahlkampfkandidaten; bei Barspenden liegt die Obergrenze bei 150 Euro.