Britische Regierung entschuldigt sich beim Papst

London. Die britische Regierung hat sich beim Papst für die Provokationen einiger Mitarbeiter entschuldigt. In einem internen Papier des Außenministeriums zum "idealen Besuchsprogramm" hatte ein 30 Jahre alter Beamter vorgeschlagen, Benedikt XVI. solle beim geplanten Besuch in Großbritannien eine Abtreibungsklinik eröffnen, ein homosexuelles Paar segnen und Kondome verteilen. Deklariert war das interne Memo, das der "Sunday Telegraph" abdruckte, als "Hintergrund-Dokument".

Außenminister David Miliband war nach Angaben seines Ministeriums "entsetzt", als er über den Vorfall informiert wurde. Die meisten Vorschläge seien "unüberlegt, naiv und respektlos", hieß es. Das brisante Papier war laut Ministerium das Ergebnis eines Gedankenaustauschs von drei oder vier niederrangigen Mitarbeitern. Dem federführenden Beamten seien bereits andere Aufgaben übertragen worden. In dem Schreiben hatte er vermerkt, das Memo solle nicht "nach draußen" gelangen. Es berücksichtige "selbst die sehr weit hergeholten Ideen". Die Autoren machen sich darin auch über den Missbrauchsskandal lustig. So schlagen sie laut der britischen Nachrichtenagentur PA den "Rausschmiss zwielichtiger Bischöfe" und die Eröffnung einer Hotline für missbrauchte Kinder vor.

Der britische Botschafter hat sich bereits beim Vatikan entschuldigt. Benedikt XVI. will im September nach Großbritannien reisen.

( (HA) )

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