Ausschreitungen

Westerwelle rät in Thailand zur Vorsicht

Berlin/Bangkok. Außenminister Guido Westerwelle hat Thailand-Reisende zu äußerster Vorsicht ermahnt und zugleich an Regierung und Opposition in dem Land appelliert, ihren Konflikt gewaltfrei zu lösen. "Die Bundesregierung schaut mit großer Sorge auf die Lage in Thailand", erklärte er nach einer Krisensitzung zu den Ereignissen in dem fernöstlichen Urlaubsland in Berlin.

"Wir rufen alle Seiten zur Besonnenheit und zur Ruhe auf, es darf keine Wiederholung der Gewalt geben", erklärte Westerwelle. Die politischen Auseinandersetzungen müssten mit friedlichen Mitteln und im Dialog geführt werden. "Für uns hat die Sicherheit der Reisenden und natürlich auch der deutschen Staatsangehörigen vor Ort oberste Priorität."

Es gebe derzeit keine Hinweise, dass Deutsche bei den Ausschreitungen zu Schaden gekommen seien. "Deshalb haben wir bislang auch noch keine Reisewarnung ausgesprochen - wie übrigens auch unsere europäischen Partner und die USA dies bislang nicht getan haben." Unter Verweis auf die aktuellen Reise- und Sicherheitshinweise im Internet empfahl das Auswärtige Amt Reisenden "dringend, Menschenansammlungen und Demonstrationen zu meiden". Tourismusregionen seien von den Demonstrationen derzeit nicht betroffen.

Der Konflikt zwischen Regierung und Opposition in Thailand hat unterdessen eine überraschende Wendung genommen: Die Wahlkommission des Landes empfahl die Auflösung der regierenden Demokratischen Partei von Ministerpräsident Abhisit Vejjajiva , weil diese gegen das Parteispendengesetz verstoßen habe. Überdies stellte sich der Oberbefehlshaber der Streitkräfte, Anupong Paochinda, hinter die Forderung der Opposition nach Neuwahlen.