Kommission legt Abschlussbericht vor

Vorerst kein Burka-Verbot in Frankreich

Paris. In Frankreich wird es vorerst kein gesetzliches Verbot der Burka, der Vollverschleierung muslimischer Frauen, geben. Vielmehr sollte das französische Parlament in einer Entschließung klarstellen, dass die Ganzkörperverhüllung gegen die Werte der Republik von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit verstoße, empfiehlt die nach dem afghanischen Schleier benannte Burka-Kommission. Deren Abschlussbericht wird heute offiziell vorgelegt. Über Burka-Verbote gibt es auch Debatten in Belgien, Dänemark, den Niederlanden und der Schweiz.

Knapp zwei Drittel der Franzosen favorisieren nach einer Umfrage ein umfassendes Verbot der Burka im öffentlichen Raum. Rund 65 Prozent der Befragten sprachen sich dafür aus, das Tragen der Burka nicht nur in staatlichen Einrichtungen, sondern auch auf der Straße gesetzlich zu verbieten, berichtet die Tageszeitung "Parisien".

In der Enquete-Kommission, die im Juni 2009 gebildet wurde, saßen neben Abgeordneten aus allen Fraktionen auch Bürgermeister, Juristen, Feministinnen, Vertreter von Religionsgemeinschaften sowie zwei voll verschleierte Frauen. Die Kommission geht auf eine Initiative des kommunistischen Abgeordneten und Bürgermeisters der Lyoner Vorstadt Vénissieux, André Gerin, zurück. Er hatte den Vollschleier als "ambulantes Gefängnis" bezeichnet, den er nicht mehr ertragen wolle.