Irak

Mindestens 37 Tote bei Anschlägen auf drei Hotels in Bagdad

Bagdad. Vor drei internationalen Hotels in Bagdad sind gestern nahezu zeitgleich Autobomben explodiert. Nach Angaben von Krankenhausärzten wurden dabei mindestens 37 Menschen getötet und mehr als 100 weitere verletzt. Die Bomben explodierten vor dem Hotel Palestine-Meridien, dem Babylon-Oberoi und dem Al-Hamra. In diesen Einrichtungen leben und arbeiten zahlreiche Medienvertreter. Augenzeugen sahen Rauchsäulen aufsteigen und hörten die Sirenen von Rettungsfahrzeugen.

Die angegriffenen Hotels befinden sich außerhalb der Grünen Zone, dem stark gesicherten Bagdader Regierungsviertel, am gegenüberliegenden Ufer des Tigris. Irakische Fernsehstationen zeigten Bilder von zerstörten Betonwänden und ausgebrannten Autowracks. Das Hotel Palestine liegt im Stadtviertel Abu Nawas, in der Nähe stand früher ein riesiges Standbild des damaligen Präsidenten Saddam Hussein, das nach der US-Invasion 2003 zu Fall gebracht wurde. Das Hotel Babylon liegt im Stadtviertel Karrada, das Hotel Hamra in Dschadrija, weiter südlich. Die Sicherheitslage in der irakischen Hauptstadt galt als prekär, nachdem die irakischen Sicherheitskräfte vor zwei Wochen Hunderte Kilogramm Sprengstoff gefunden und 25 mutmaßliche Terroristen festgenommen hatten.

Bagdad war schon im vergangenen Jahr wiederholt Schauplatz verheerender Terroranschläge. So starben am 8. Dezember rund 120 Menschen, als Terroristen fünf große Bomben neben öffentlichen Gebäuden zündeten. Im August waren durch eine Bombenserie gegen Regierungsgebäude rund 100 Menschen ums Leben gekommen. Im Oktober starben 153 Iraker, als neben dem Justizministerium und dem Gebäude des Provinzrates Bomben explodierten.

Am 7. März finden im Irak Parlamentswahlen statt. In der vergangenen Woche hatte eine Regierungskommission mehr als 500 Politiker, vor allem Sunniten, wegen angeblicher Verstrickung mit dem Regime des Diktators Saddam Hussein von der Wahl ausgeschlossen. Beobachter rechnen im Vorfeld des Urnenganges mit verstärkten terroristischen Aktivitäten von fundamentalistischen sunnitischen Gruppen, die Wahlen grundsätzlich ablehnen. Ministerpräsident Nuri al-Maliki machte für die vorangegangenen Anschlagsserien Anhänger Saddam Husseins und Mitglieder des Terrornetzwerks al-Qaida verantwortlich.