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Attentate auf Sportler

Der Anschlag auf die togolesische Fußball-Nationalmannschaft steht in einer langen Reihe von gewaltsamen Übergriffen auf Sportler.

München 1972: Als schlimmstes Attentat gilt der Anschlag auf die israelische Delegation während der Olympischen Spiele 1972 in München, bei dem insgesamt 17 Menschen getötet wurden. Am 5. September drang ein Kommando der palästinensischen Terrororganisation Schwarzer September in das olympische Dorf ein und forderte die Freilassung von mehr als 200 in Israel inhaftierten Gefangenen. Nach stundenlangen Verhandlungen versuchte die deutsche Polizei, die Geiselnehmer auf dem Flughafen Fürstenfeldbruck zu überwältigen - doch die Befreiungsaktion ging schief: Alle Geiseln, fünf Palästinenser und ein Polizist, starben.

Hamburg 1993: Am 30. April attackierte der psychisch gestörte Günter P. die Weltranglistenerste Monica Seles während ihres Viertelfinalspiels am Hamburger Rothenbaum mit einem Messer. Erst im Juli 1995 kehrte Seles zur ATP-Tour zurück.

Kolumbien 1994: Ein grausamer Mord überschattete die Fußball-WM in den USA. Nach dem Ausscheiden der kolumbianischen Nationalmannschaft wurde wenige Tage später Abwehrspieler Andres Escobar in der kolumbianischen Hauptstadt Medellin mit zwölf Schüssen regelrecht hingerichtet. Escobar hatte beim 1:2 im Gruppenspiel gegen die USA ein Eigentor erzielt. Der Täter wurde zwar zu 43 Jahren Haft verurteilt, 2005 aber nach nur elf Jahren im Gefängnis entlassen.

Irak 2006: Es werden mehrere Anschläge von mutmaßlichen Al-Qaida-Terroristen auf Sportler verübt. Dabei sterben mindestens 15 Menschen, mehrere Dutzend werden noch vermisst. Unter den Opfern waren auch zwei Tennisspieler und deren Trainer. Nach Augenzeugenberichten wurden sie ermordet, weil sie in kurzen Hosen auf dem Weg zum Training waren.

Pakistan 2009: Bei einem schweren Anschlag auf Sportler im März starben in Pakistan sieben Menschen. Mutmaßliche islamische Terroristen griffen das Kricket-Team Sri Lankas in Lahore an. Der Anschlag kostete sechs Polizisten das Leben, sechs Sportler und der Trainer wurden verletzt.