Birma

„Politischen Gefangenen in Birma wird Medizin verweigert"

Im Alter von 38 Jahren ist die politische Gefangene Tin Tin Htwe im berüchtigten Gefängnis Insein in Birmas Hauptstadt Rangun gestorben.

Bangkok. Ursache des Todes der Demokratieaktivistin sei die fehlende medizinische Versorgung politischer Gefangener in Birma, teilte die im thailändischen Maesot ansässige „Hilfsorganisation für politische Gefangene in Birma“ am Donnerstag mit. Tin Tin Htwe sei an einem geplatzten Aneurysma gestorben, nachdem sie von einem Gefängniskrankenhaus in den normalen Vollzug verlegt worden sei. „Tin Tin Htwe war die vierte politische Gefangene, die in diesem Jahr wegen fehlender medizinischer Fürsorge gestorben ist“, sagte Tate Naing, Sprecher der Gefangenenhilfsorganisation.

Tin Tin Htwe war im November 2007 wegen ihrer Beteiligung an der „Safran Revolution“ der buddhistischen Mönche Birmas zu drei Jahren und drei Monaten Haft und Zwangsarbeit verurteilt worden. In einem im Mai veröffentlichten Bericht der Hilfsorganisation hieß es, Folter und die Verweigerung medizinischer Behandlung seien Alltag in den Gefängnissen der Militärjunta. „Es gibt nicht nur mehr politische Gefangene als jemals zuvor, sie werden auch zu härteren Strafen verurteilt“, sagte seinerzeit Tate Naing, selbst ein ehemaliger politischer Häftling in Birma. Seit der „Safran Revolution“ im Herbst 2007 seien Hunderte Birmanen verhaftet worden. Die Zahl der politischen Häftlinge schätzt Tate Naing auf mehr als 2.000.

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