Terrorismus

Al-Qaida im Irak wieder auf dem Vormarsch

Die Terrororganisation al-Qaida ist in der irakischen Stadt Mossul wieder auf dem Vormarsch und terrorisiert die Bevölkerung.

Bagdad/Mossul. Laut Polizeiberichten starb in der nördlich von Bagdad gelegenen Stadt ein Kleinkind, als eine Bombe auf einer Müllhalde explodierte. Vier weitere Kinder erlitten Verletzungen. Die US-Armee hatte ihre Stützpunkte in den irakischen Städten Ende Juni geräumt. Seither hat die Gewalt in den Ortschaften wieder zugenommen.

Im Westen der Stadt verhängte die sunnitische Terrororganisation al-Qaida nach Informationen der Nachrichtenagentur Aswat al-Irak "Sanktionen" über einen Stadtbezirk, dessen Bewohner sich zuvor gegen sie gestellt hatten. Die Terroristen hätten gedroht, jeden Lastwagenfahrer zu töten, der Lebensmittel in den Bezirk liefere. Am Sonntagabend war in der Stadt eine Christin nach einer Lösegeldzahlung freigelassen worden, die in der Nacht zuvor aus ihrem Haus in Mossul entführt worden war. An einer Landstraße fand die Polizei die Leichen von vier kurdischen Milizionären. Die Männer seien alle durch Kopfschüsse getötet worden, meldete die Nachrichtenagentur Buratha News. Das US-Militärkommando kündigte nun wegen der schlechten Sicherheitslage den Bau von fünf zusätzlichen Polizeistationen an.

Auch in anderen Landesteilen kam es gestern zu Anschlägen. Sechs Zivilisten kamen in der südirakischen Stadt Diwanija ums Leben, als ein an ihrem Auto befestigter Sprengsatz explodierte. Im Westen der Hauptstadt Bagdad starben drei Soldaten durch einen Sprengstoffanschlag auf ihre Patrouille. In der Provinz Anbar kamen zwei Polizisten ums Leben, als sich ein Selbstmordattentäter mit einem Tanklastwagen vor einer Polizeiwache in die Luft sprengte.