Ahmadinedschad

Irans Präsident warnt "Teufelsanbeter und Kriminelle" vor Angriff auf sein Land

Bei einer Militärparade in Teheran hat der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad vor einem möglichen Militärschlag gegen die Atomanlagen seines Landes gewarnt.

Teheran. "Unsere Streitkräfte werden überall in der Welt die Hand eines jeden abhacken, der eine Kugel in Richtung des Iran abschießen will, noch bevor er den Abzug betätigt", sagte er in einer Rede während der Parade. "Keine Macht wird sich trauen, in ihrem Geiste die Vorstellung zu entwickeln, den Iran anzugreifen." "Teufelsanbeter und Kriminelle" hätten den Nahen Osten "verschmutzt", sagte Ahmadinedschad einen Tag vor seiner Rede vor den Vereinten Nationen in New York mit Blick auf Israel. Die politische und militärische Stärke des Iran erlaube es "diesen Elementen" nicht einmal, an eine militärische Option zu denken.

Ahmadinedschad reagierte damit auf eine Äußerung von Israels stellvertretendem Außenminister Danny Ajalon, der am Montag wiederholte, im Hinblick auf das iranische Atomprogramm würden "alle Optionen auf dem Tisch liegen". Damit brachte er erneut die Haltung der israelischen Regierung zum Ausdruck, im Zweifelsfall auch militärisch gegen die iranischen Atomanlagen vorzugehen. Ahmadinedschad hatte immer wieder das Existenzrechts Israels bestritten und gedroht, dass Land von der Landkarte zu fegen.

Auch gegen die ausländische Truppenpräsenz in Irans Nachbarstaaten Irak und Afghanistan wetterte Ahmadinedschad in seiner Rede. "Ich rate euch, in eure eigenen Länder zurückzukehren und die hohen Militärausgaben zu nutzen, um die Probleme eurer Völker zu lösen", sagte der iranische Präsident. Israel bemüht sich unterdessen, einen Boykott der Rede Ahmadinedschads vor der Uno-Generalversammlung morgen zu organisieren. Israel habe sich in den vergangenen Tagen an die Außenministerien mehrerer Länder mit der Bitte gewandt, dass deren höchste Vertreter die Tagungshalle während der Rede Ahmadinedschads in New York verlassen, sagte die israelische Uno-Botschafterin Gabriela Schalev.

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