Konflikt

Honduras in Angst vor Blutvergießen

Honduras hat wenige Stunden vor der erwarteten Ankunft des gestürzten Präsidenten Manuel Zelaya ein Landeverbot für dessen Flugzeug erlassen.

Mexiko-Stadt/Washington. "Wir können diese Waghalsigkeit nicht erlauben", sagte Enrique Ortez, Außenminister der Putschregierung. Die Lage in der Hauptstadt Tegucigalpa war bis auf das Äußerste angespannt.

Starke Sicherheitskräfte sicherten die Zugänge zum Flughafen Tontontzin ab. Hubschrauber kreisten über der Landebahn. Tausende von Anhängern Zelayas machten sich auf den Weg, um Zelaya, der vom Vorsitzenden der Uno-Generalversammlung, dem Nicaraguaner Miguel d'Escoto, begleitet wird, empfangen zu können. Viele hätten sich mit Stöcken und Eisenstangen bewaffnet, berichteten Augenzeugen.

Zelaya war am Sonntag um kurz nach 21 Uhr MESZ von Washington abgeflogen. Er werde noch in der Nacht in Tegucigalpa eintreffen, sagte Venezuelas Außenminister Nicolás Maduro.

Noch am Wochenende hatte die honduranische Bischofskonferenz Zelaya eindringlich vom Heimflug abgeraten: "In diesem Moment könnte eine Rückkehr ein Blutbad auslösen", sagte der Erzbischof von Tegucigalpa, Oscar Rodríguez. Die Bischöfe stellten sich in einer Erklärung zur Staatskrise indirekt hinter das Vorgehen des Übergangspräsidenten Roberto Micheletti.

Als Reaktion auf Zelayas Sturz vor einer Woche hat die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) die Mitgliedschaft von Honduras ausgesetzt. Auf einer Sondersitzung der OAS-Generalversammlung stimmten am Sonnabend 33 der 34 Mitgliedstaaten für den Ausschluss.