Leben, Lachen - und der Tod am Straßenrand

Leben und Sterben - nirgends in Südamerika sind sie so nah wie in der brasilianischen Stadt Recife.

Recife/Hamburg. Leben und Sterben - nirgends in Südamerika sind sie so nah wie in der brasilianischen Stadt Recife. Eine Leiche am Straßenrand. Franklino de Lima, 21 Jahre alt. Kaum älter als die, die um ihn herumstehen, lachend, gaffend. Hat der Tod Magie? Stehen sie deshalb um den leblosen Körper herum? Drogenkrieg in Recife, Hauptstadt des Bundestaates Pernambuco. Mit 90,9 Morden pro 100 000 Einwohner werden dort mehr als doppelt so viele Menschen wie in Rio de Janeiro getötet. Das Sterben ist alltäglich. Die höchste Mordrate hat Colniza, ein Städtchen von 12 000 Einwohnern in Mato Grosso. Dort werden im Schnitt jedes Jahr 165 von 100 000 Einwohnern ermordet. Polizisten, unterbezahlt und korrupt, begehen mehr Bankraube, als sie verhindern.

In Coque, dem Slum von Recife, wo Franklino de Lima starb, töten Kinder nur, um einen guten Platz zum Überfall auf Autofahrer zu verteidigen.

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