Firmenrechner, private Laptops und Handys sind betroffen

Internet-Kriminalität bedroht Hunderttausende

Datenklau und organisierter Betrug – die wachsende Internet-Kriminalität bedroht Hunderttausende Deutsche.

Berlin. Der Präsident des Bundeskriminalamtes (BKA), Jörg Ziercke, sagte, in der Computerkriminalität würden sich die Täter "ausgefeilter und modernster Technik" bedienen. Die Polizei sei vor immer schwierigere Aufgaben gestellt.

Ziercke sieht besonders sogenannte Trojaner als neue gefährliche Waffe der Internet-Kriminellen. Dabei werden Schadprogramme über Spam-Mails auf privaten Computern installiert. Die Programme arbeiten unsichtbar und spähen Kontodaten aus und übermitteln sie nach außen. Immer häufiger würden solche Programme auch heimlich auf ungeschützten Handys installiert, sagte Ziercke.

Kontinuierlich müsste die Polizei technisch aufrüsten, um dagegenzuhalten. Die Strafverfolgung sei "sehr schwierig". Besonders aus Osteuropa würden organisierte Banden zuschlagen. Der Präsident des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik, Udo Helmbrecht, beklagte "erschreckend" viele Sicherheitslücken bei Firmencomputern und privaten Rechnern. Laut dem Bundesverband der Informationswirtschaft erlitten bereits sieben Prozent der Internetnutzer ab 14 Jahren einen finanziellen Schaden zum Beispiel durch Viren, Internet-Auktionen oder beim Online- Banking. Nötig seien spezielle Staatsanwaltschaften, die sich um organisierte Kriminalität im Internet kümmerten, forderte Dieter Kempf, Präsidiumsmitglied des Verbandes Bitkom.