Muslime in US-Armee zum Töten aufgerufen

Gesuchter Anwar al-Aulaqi wirft USA "Kreuzzug" gegen den Islam vor

Dubai. Der von den USA gesuchte radikale Prediger Anwar al-Aulaqi hat alle Muslime in den US-Streitkräften aufgerufen, Kameraden zu töten, die auf dem Weg in den Krieg nach Afghanistan oder in den Irak sind. Sie sollten dem Beispiel des US-Offiziers Nidal Hassan folgen, sagte er in einem Video, das auf islamistischen Internetseiten veröffentlicht wurde. Hassan hatte 2009 in Fort Hood 13 Soldaten getötet.

"Ich rufe alle Muslime, die in den US-Streitkräften dienen, dazu auf, dem Beispiel von Nidal Hassan zu folgen, der Soldaten tötete, die auf dem Weg nach Afghanistan und in den Irak waren", heißt es in dem als Interview präsentierten Video, wie das auf die Beobachtung islamistischer Internetseiten spezialisierte Unternehmen SITE mitteilte. Al-Aulaqi würdigte die Tat als "heldenhaft". Der palästinensischstämmige Militärpsychiater habe damit sein Volk verteidigt.

Zugleich lobte der radikalislamische Prediger, der auch die US-Staatsbürgerschaft besitzt, erneut den versuchten Anschlag auf ein US-Flugzeug an Weihnachten 2009. Der Nigerianer Umar Farouk Abdulmutallab, der damals versucht hatte, einen Sprengsatz an Bord der Maschine zu zünden, habe zwar niemanden getötet, dennoch sei sein Anschlagsversuch von "großem Erfolg" gewesen, sagte al-Aulaqi. Bei ihrem "weltweiten Kreuzzug" gegen den Islam hätten die USA in den vergangenen 50 Jahren bereits mehr als eine Million Frauen und Kinder getötet.

Die USA hatten al-Aulaqi Anfang April zur gezielten Tötung freigegeben. Er werde weiterhin "intensiv" gesucht, sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Robert Gibbs, dem US-Sender CBS. Al-Aulaqi wurde 1971 im US-Bundesstaat New Mexico geboren und ging 1978 mit seinen Eltern in den Jemen. 1991 kehrte er zum Studium in die USA zurück und begann, in mehreren Bundesstaaten in Moscheen zu predigen. Er soll sich derzeit im Jemen aufhalten.