Straßenschlachten in Bangkok, Ende der Krise nicht in Sicht

Regierung dehnt Notstand aus und lehnt Uno-Verhandlungen ab

Bangkok. Der seit zwei Monaten andauernde Machtkampf in Thailand hat am Wochenende einen neuen Höhepunkt erreicht. Bei Straßenschlachten kamen in der Hauptstadt Bangkok in den vergangenen Tagen mindestens 33 Menschen ums Leben, mehr als 239 weitere wurden verletzt. Ganze Straßenzüge im Zentrum der 15-Millionen-Metropole glichen einer Kriegszone.

Soldaten feuerten seit Donnerstag mit scharfer Munition auf Demonstranten. Die Regierungsgegner bewarfen die Sicherheitskräfte mit Benzinbomben und Steinen. Zudem setzten sie Fahrzeuge und Reifen in Brand. Die Armee versuchte die Demonstranten abzuriegeln und von der Versorgung abzuschneiden. In dem besetzten Viertel gingen am Wochenende Lebensmittel, Wasser und Benzin zur Neige.

Seit gestern sind die blutigen Straßenkämpfe zwischen Regierungsgegnern und der Armee wieder etwas abgeflaut. Die Behörden verzichteten daraufhin auf Pläne, eine Ausgangssperre über die von den Rothemden besetzten Viertel zu verhängen. Ein Anführer der Protestbewegung bot der Regierung neue Gespräche unter Uno-Vermittlung an, was Bangkok jedoch umgehend ablehnte.

Stattdessen dehnte Ministerpräsident Abhisit Vejjajiva aus Sorge vor einer Ausweitung der Unruhen den Notstand auf fünf weitere Provinzen aus. Zugleich erklärte die Regierung den Montag und Dienstag zu Ruhetagen. Geschäfte, Schulen und öffentliche Einrichtungen bleiben demnach weitgehend geschlossen.

Das Zentrum Bangkoks wird noch immer von mindestens 5000 Rothemden besetzt gehalten. Die Anhänger des 2006 gestürzten Ministerpräsidenten Thaksin Shinawatra fordern Neuwahlen. Uno-Generalsekretär Ban Ki-moon rief unterdessen beide Seiten zu einer Rückkehr an den Verhandlungstisch auf. Er beobachte die Zusammenstöße mit wachsender Sorge, erklärte Ban. Wie die USA riet auch Deutschland seinen Bürgern dringend von Reisen nach Bangkok ab. Die deutsche Botschaft schloss wegen der Unruhen für den Publikumsverkehr.