Ukraine-Krieg

Russland: Wie viele Soldaten sind wirklich schon gefallen?

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Miguel Sanches
Das Asow-Stahlwerk in Mariupol

Das Asow-Stahlwerk in Mariupol

Das Asow-Stahlwerk in Mariupol gilt als letzte Bastion der ukrainischen Kämpfer in der Stadt im Süden der Ukraine. Die Industrieanlagen wurden schon von den deutschen Truppen im Zweiten Weltkrieg zerstört. Auf dem riesigen Areal arbeiten tausende Menschen.

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Im Ukraine-Krieg sollten 13.000 russische Soldaten gefallen sein. Darauf deutet eine Meldung hin, die verdächtig schnell verschwand.

Berlin. Die russischen Behörden haben offenbar aus Versehen die wahre Zahl ihrer Verluste im Ukraine-Krieg bekannt gemacht. Demnach wären mehr als 13.000 Soldaten gestorben, und 7.000 Kameraden würden noch vermisst.

Verluste im Ukraine-Krieg: Meldung wurde schnell gelöscht

Die Zahl kommt den westlichen Schätzungen nahe. Die Meldung wurde allerdings schnell wieder gelöscht. Aber viele haben den "Betriebsunfall" festgehalten, unter anderem der US-Journalist Kevin Rothrock auf Twitter.

Aufgrund historischer Erfahrungen zum Verhältnis zwischen Toten, Gefangenen und Verwundeten hat die Nato die Gesamtzahl der russischen Opferzahlen auf 30.000 bis 40.000 geschätzt. Sie beruft sich auf öffentlich zugängliche Quellen, Geheimdienstinformationen und ukrainische Angaben. Über die ukrainischen Verluste schweigt die Allianz.

Wenn im Englischen von "Casualities" die Rede ist, können sowohl kampfunfähige Militärs als auch Tote gemeint sein. Wenn die Ukrainer von russischen Verlusten sprechen, meinen sie tote, verletzte oder gefangene Soldaten. Wenn man das bedenkt, relativieren sich die Unterschiede zwischen den Zahlen. Zuletzt hatte der Kreml eine "Tragödie" eingeräumt.

Russland hat in zwei Monaten Krieg überhaupt erst zweimal Zahlen genannt: Am 2. März 498 Getötete, am 25. März 1351 Gefallene. Sehr niedrige Zahlen im Vergleich zu den jetzt genannten 13.000 Todesopfern. Als kürzlich der Kreuzer "Moskwa" unterging, behauptete der Kreml gar, die gesamte Besatzung sei evakuiert worden.

Wladimir Putin: Verluste sind fast ein Tabuthema

Über Verluste redet man in Moskau ungern, bis gar nicht. So lassen zum Beispiel nur Berichte von Angehörigen auf Todesopfer und Verletzte beim Untergang der "Moskwa" schließen. Die Ehefrauen und Mütter der Soldaten ließen nicht locker.

Ukraine-Krise – Die wichtigsten News zum Krieg

Offiziell wurde der Stolz der russischen Schwarzmeer-Flotte nicht von ukrainischen Raketen getroffen. Offiziell wurde das Kriegsschiff Opfer eines Sturms. Offiziell ist kein Matrose gestorben. Offiziell führt Russland keinen Krieg. Präsident Wladimir Putin spricht weiterhin von einer Spezialoperation.

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Dieser Artikel erschien zuerst auf www.waz.de.

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