Konflikt

Ukraine-Krieg: Elfjähriger muss ohne seine Eltern flüchten

| Lesedauer: 2 Minuten
Flucht aus der Ukraine: Verzweiflung und Hoffnung

Flucht aus der Ukraine: Verzweiflung und Hoffnung

Mehr als anderthalb Millionen Menschen sind laut der UNO in den vergangenen zehn Tagen vor den russischen Angriffen aus der Ukraine geflüchtet, unter anderem nach Polen und Rumänien. Bei ihnen mischen sich Verzweiflung und Hoffnung.

Beschreibung anzeigen

Millionen Ukrainer flüchten vor Russlands Angriffen. So auch ein Elfjähriger, der ohne seine Eltern seine Heimat verlassen musste.

Berlin. Ein elfjähriger Junge aus der Ukraine ist ohne seine Eltern vor dem Krieg in die Slowakei geflüchtet. Ausgerüstet war er lediglich mit einer Plastiktüte, seinem Reisepass und der Telefonnummer von Verwandten, die ihm seine Mutter auf die Hand gekritzelt hatte.

"Er kam aus Saporischschja, seine Eltern mussten in der Ukraine bleiben", sagte die slowakische Polizeisprecherin Denisa Bardyova am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP. Freiwillige Helfer hätten sich nach seiner Ankunft um den Jungen gekümmert, hieß es weiter.

Ukraine-Krieg – Hintergründe und Erklärungen zum Konflikt

Flucht aus der Ukraine: Mutter und Vater müssen zurückbleiben

Der Junge war von seiner Mutter am Samstag in einen Zug Richtung Slowakei gesetzt worden, wo die Familie Verwandte hat. Sie selbst hätte zurückbleiben müssen, um sich weiter um ihre behinderte Mutter zu kümmern.

Der Vater hatte ebenfalls nicht ausreisen können, da ihm dies wie allen wehrfähigen Männern in der Ukraine nicht erlaubt ist. In einer Videobotschaft auf Facebook bedankte sich die Mutter des Jungen, Julia Pisezkaja, am Sonntag bei allen slowakischen Unterstützern für deren "großes Herz".

Flucht aus der Ukraine: Verwandschaft kümmert sich um 11-Jährigen

Der Elfjährige habe "mit seinem Lächeln, seiner Furchtlosigkeit und Entschlossenheit, die eines echten Helden würdig sind, die Herzen aller gewonnen", erklärte die slowakische Polizei auf Facebook. Den freiwilligen Helfern gelang es demnach, die Verwandten des Jungen in der Slowakei zu kontaktieren. Sie hätten ihn inzwischen abgeholt und in die Hauptstadt Bratislava gebracht.

Das zur Stadt Saporischschja gehörende Atomkraft war am Freitag von der russischen Armee angegriffen und besetzt worden. Ukrainischen Angaben zufolge hatte sie zuvor durch Beschuss einen Brand in der Anlage verursacht, der aber wieder gelöscht werden konnte. Moskau bestreitet den Beschuss und macht ukrainische "Saboteure" dafür verantwortlich. (afp/jas)

Ukraine-Krise - Alle News zum Konflikt

Dieser Artikel erschien zuerst auf www.waz.de.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Politik