Presseschau

Bundestagswahl: So berichtet die internationale Presse

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"Ampel", "Jamaika", "GroKo": Mögliche Koalitionen nach der Bundestagswahl

"Ampel", "Jamaika", "GroKo": Mögliche Koalitionen nach der Bundestagswahl

Wer stellt die künftige Regierung in Deutschland? Diese Frage bleibt nach der Bundestagswahl zunächst offen. Während vor der Wahl noch von bis zu fünf möglichen Konstellationen die Rede war, sind es jetzt nur noch zwei bis drei, darunter die "Ampel"- und die "Jamaika"-Koalition.

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Deutschland hat über einen neuen Bundestag abgestimmt. Und wurde dabei von der internationalen Presse beobachtet. So hat sie berichtet.

Berlin. Deutschland hat gewählt – und die Welt hat zugeschaut. Die internationale Presse berichtet breit über die Bundestagswahl. Viele Medien haben die Sorge, dass das Land in der Mitte Europas wegen einer komplizierten Regierungskoalition instabiler wird.

Bundestagswahl: So berichtet die internationale Presse

„Le Figaro“ (Frankreich): „Die schwierige Suche nach Kompromissen zwischen ideologisch entfernten Positionen verspricht Deutschland eine moderate Koalition in Verlängerung des 16-jährigen ‚Merkelismus‘ - einer Methode, die Wogen zu glätten und die wirtschaftlichen Interessen des Landes weitestgehend vor Erschütterungen in der Welt zu beschützen.“

„La Stampa“ (Italien): „Die Deutschen haben entschieden, sich nicht für einen Nachfolger von Angela Merkel festzulegen. (...) Nach den Wahlen geht es jetzt auf den politischen Basar. Im stabilen Deutschland wird das noch eine Lernstunde der Demokratie.“

„El País“ (Spanien): „Deutschland steht vor einer neuen Parteienlandschaft. Die Ära der Parteien, die 30 oder 35 Prozent der Stimmen erhielten und es sich leisten konnten, mit einem einzigen Partner zu regieren, ist vorbei. (…) Die Grünen und die Liberalen der FDP halten den Schlüssel bei der Entscheidung, ob der nächste Kanzler Olaf Scholz oder Armin Laschet heißt.“

„Neue Zürcher Zeitung“ (Schweiz): „Schon vor vier Jahren war klar, dass sich die Union „wundregiert“ hatte. Ein Reformprozess, der mit dem Rücktritt von Angela Merkel als CDU-Vorsitzender im Frühjahr 2018 eingeleitet wurde, blieb zwischen Institutionen und innerparteilichen Interessen stecken.“

„Der Standard“ (Österreich): „In der Theorie ist der nächste deutsche Kanzler so schwach wie kein anderer vor ihm, da seine Macht von nun gleich zwei Partnern abhängt. In der Praxis kommt es daher auf sein Geschick an, sich eine starke Position zu sichern. Gerade jetzt, da die USA alte Allianzen überdenken und die EU feststellt, dass die Amerikaner nicht mehr für Europas Interessen in die Bresche springen, braucht Europa einen starken deutschen Kanzler.“

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„De Telegraaf“ (Niederlande): „Der nächste Regierungschef in Berlin wird ein schwächerer Kanzler sein. Dies ist eine schlechte Nachricht für die Europäische Union, in der Deutschland mit Blick auf Einwohnerzahl und Wirtschaftskraft führend in einer unruhigen Welt sein muss. Der neue deutsche Bundeskanzler wird wohl eher ein ‚primus inter pares‘ sein - der Erste unter Gleichen, wie das beim Ministerpräsidenten in den Niederlanden der Fall ist. Dem steht jemand wie Emmanuel Macron gegenüber, der als französischer Präsident über weitreichende Macht verfügt.“

„444.hu (Ungarn): „Jene Parteien, die die liberale Demokratie systematisch verleugnen, sind auf dem Gebiet der ehemaligen DDR sehr beliebt. Die Linke und die AfD sammeln dort die meisten Stimmen ein, und in den betreffenden Ländern bleiben diese Parteien weiterhin bestimmende Kräfte. Dies zeigt sehr gut, dass die ehemalige DDR jener Welt mehr ähnelt, die einst hinter dem Eisernen Vorhang lag, als der westdeutschen.“ (bac)

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