Endergebnis

Nach Wahl in Thüringen: FDP schafft Einzug in den Landtag

Thomas Kemmerich (Spitzenkandidat FDP Thüringen) und Christian Lindner (Fraktions-und Parteivorsitzender der FDP).

Thomas Kemmerich (Spitzenkandidat FDP Thüringen) und Christian Lindner (Fraktions-und Parteivorsitzender der FDP).

Foto: Annegret Hilse / Reuters

Nach der Landtagswahl in Thüringen steht das amtliche Ergebnis fest: Die FDP erhält 5,0 Prozent der Stimmen und zieht ins Parlament.

Erfurt. Aufatmen bei der FDP in Thüringen: Die Freien Demokraten ziehen nach der Landtagswahl mit 5,0 Prozent der Stimmen ins Parlament ein. Das gab der Landeswahlleiter Günter Krombholz bei der Präsentation des amtlichen Endergebnisses bekannt. Demnach übersprangen die Liberalen die Fünf-Prozent-Hürde um 73 Stimmen.

Damit endet das Bangen der FDP, die nach dem vorläufigen Ergebnis am Wahlabend lediglich 5 Stimmen über der Fünf-Prozent-Hürde gelegen hatte. Nun wurde dieses Ergebnis korrigiert - die bisherigen vorläufigen Ergebnisse der Parteien wurden weitgehend bestätigt.

Der Landeswahlausschuss prüfte in Erfurt jeden Wahlkreis einzeln. Dies sei angesichts des knappen Ausgangs der Wahl nötig, in dieser Form aber eher unüblich, hatte Krombholz eingangs gesagt.

Die knappsten Ergebnisse hatte die FDP bisher beim Einzug in die Landesparlamente 2001 in Hamburg mit 680 Stimmen und 2013 in Hessen mit 911 Stimmen mehr als nötig. In Thüringen hatte die FDP bei der Wahl 2014 den Einzug ins Parlament verpasst.

Die Linke will Gespräche mit FPD

Die Linke als Wahlgewinner der Thüringer Landtagswahl strebt ein rot-rot-grünen Bündnis im Landtag an, allerdings fehlen vier Sitze. Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hatte daher Gespräche mit der FPD angekündigt. Auch CDU-Chef Mike Mohring will mit der FDP reden - er will eine Minderheitsregierung als Viererbündnis versuchen, für das er auch SPD und Grüne gewinnen will.

Parteien schließen Zusammenarbeit mit AfD aus

Zweitstärkste Kraft bei der Wahl wurde die AfD, allerdings haben alle anderen Parteien die Zusammenarbeit ausgeschlossen. Auch die CDU musste bei der Wahl einstecken: Die Christdemokraten waren seit 1990 immer stärkste Partei, sind nur aber nur auf dem dritten Platz gelandet. Die Wahlbeteiligung bei der Wahl am 27. Oktober hatte bei knapp 65 Prozent gelegen.

Wo die AfD gewonnen hat, hat die Blaue Partei der Ex-AfD-Chefin Frauke Petry mit nur 0,1 Prozent der Zweitstimmen versagt. Petry kündigte daraufhin die Auflösung der Partei und ihren Rückzug aus der aktiven Politik an. (dpa/lhel)