Arzneimittel

Nach Rückruf: Weitere Magen-Medikamente vom Markt genommen

Tabletten gegen Sodbrennen oder Magenschmerzen:  Patienten sollen sich mit Fragen zum Rückruf an ihren Arzt oder Apotheker wenden.

Tabletten gegen Sodbrennen oder Magenschmerzen: Patienten sollen sich mit Fragen zum Rückruf an ihren Arzt oder Apotheker wenden.

Foto: Susann Prautsch / dpa

Weil bestimmte Magen-Medikamente potenziell krebserregend sind, hat die EU einen Rückruf gestartet. Nun weitet sich die Aktion aus.

Berlin.  Nachdem die EU vergangene Woche Medikamente gegen Sodbrennen zurückgerufen hatte, weitet sich der Rückruf von Magensäureblockern mit dem Wirkstoff Ranitidin weiter aus: Ein weiterer Hersteller und neue Chargen sind betroffen.

Bereits seit Wochen werden in der Europäischen Union Arzneimittel wegen einer möglichen Verunreinigung zurückgerufen. Im Rahmen einer vorsorglichen Untersuchung seien in Magensäureblockern mit dem Wirkstoff Rantidin geringe Spuren des Stoffes N-Nitrosodimethylamin (NDMA) nachgewiesen worden.

Dieser Stoff sei von der Internationalen Agentur für Krebsforschung der WHO und der EU als wahrscheinlich krebserregend eingestuft werde, teilte das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) vor etwa einer Woche mit.

Liste der betroffenen Medikamente wurde erweitert

Der Rückruf betraf bislang Medikamente mit Wirkstoff des Herstellers Saraca Laboratories Limited. Nun wurde die Liste der betroffenen Chargen erweitert. Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände hat die aktualisierten Informationen auf der Webseite ins Netz gestellt.

Medikamente mit Ranitidin werden zur Kontrolle der Magensäureproduktion bei Sodbrennen, zur Behandlung von Refluxerkrankungen und zur Prophylaxe von Magengeschwüren eingesetzt. Nach Angaben des Wissenschaftlichen Instituts der AOK wurden Arzneimittel mit dem Wirkstoff Ranitidin im vergangenen Jahr in Deutschland 748.000-mal verordnet. Die Zahl bezieht sich auf Mittel, die von niedergelassenen Ärzten ambulant verordnet und über öffentliche Apotheken zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung abgegeben wurden.

Keine schädliche Wirkung bei geringen Mengen

Laut dem Bundesinstitut BfArM sei bei einer Aufnahme von sehr geringen Mengen keine schädliche Wirkung zu erwarten. Das mögliche Gefährdungspotenzial werde derzeit auf europäischer Ebene wissenschaftlich bewertet, ein akutes Risiko bestehe nicht.

Das Institut empfiehlt Patienten, die Fragen zu ihrer aktuellen Behandlung haben, sich an Arzt ihre Apotheker zu wenden. Es gebe verschiedene Arzneimittel, die als Alternative zu Ranitidin eingesetzt werden könnten. (fmg/dpa)