Straßenverkehr

Gewerkschaft der Polizei regt Helmpflicht für E-Scooter an

 Eine Frau fährt mit einem E-Scooter durch Herne.

Eine Frau fährt mit einem E-Scooter durch Herne.

Foto: Roland Weihrauch / dpa

Die Polizeigewerkschaft befürchtet „Verletzte, vielleicht sogar Tote“ unter E-Scooter-Fahrern – und bringt eine Helmpflicht ins Spiel.

Berlin. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat vor Unfällen mit E-Scootern gewarnt. GdP-Vizechef Michael Mertens sagte unserer Redaktion, er befürchte eine „nicht unerhebliche Zahl an Unfällen mit E-Rollern“. Mertens: „Ich befürchte Verletzte, vielleicht sogar Tote.“

Die GdP wirbt für das Tragen eines Helms. „Wenn dies nicht funktioniert, sollte über eine Helmpflicht nachgedacht werden.“ Das Vorbild: Beim Skifahren trage fast jeder freiwillig auf der Piste einen Helm. „Das habe ich vor einigen Jahren nicht für möglich gehalten.“

Es sei „total begrüßenswert“, dass immer mehr Menschen auf das Fahrrad umsteigen. Die Mobilität verändere sich. Der Trend zur Elektromobilität sei grundsätzlich gut und nicht aufzuhalten. Langfristig müsse man die Infrastruktur auf die veränderte Mobilität einstellen.

Fahrrad-Club warnt vor Gefahren für Zweiradfahrer

„Gerade in den Städten müssen wir die Fußgänger, Fahrradfahrer und E-Roller aus dem allgemeinen Straßenverkehr rausholen. Wir müssen für sie eine eigene Infrastruktur schaffen. Sie müssen in ihrem eigenen Raum unterwegs sein“, so Mertens. Man müsse die, die nicht geschützt seien, von den anderen Fahrzeugen möglichst trennen, um schwerwiegende Unfälle zu verhindern.

Auch die Risiken durch E-Bikes seien „nicht unerheblich“. Es seien die Verkehrsteilnehmer, die am wenigsten geschützt seien, die direkt mit ihrem Körper einen Unfall aushalten müssten, „da gibt es keinen Schutz, keine Knautschzone. Da ist man sofort mit seinem Körper dabei“.

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Der E-Roller berge weitere Gefahren. „Jeder, der als Kind selbst mal Roller gefahren ist, weiß, dass man relativ instabil ist – kleine Räder, kleiner Radstand – und schnell an den Bordstein kommt.“ Jede Unebenheit sei schwer auszugleichen. Auch müssten sich die übrigen Verkehrsteilnehmer „erst mal auf diese schnellen kleinen Roller einstellen“.

Zuvor hatte der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club gewarnt, dass sich die Unfallsituation beim Zweiradverkehr verschlechtern werde. Durch die E-Scooter werde es auf den ohnehin schon unterdimensionierten Radwegen immer enger und gefährlicher. Das Statistische Bundesamt hatte am Dienstag die Zahl der Verkehrstoten im Jahr 2018 nach oben korrigiert. Sie war stärker angestiegen als bisher bekannt. 3275 Menschen verloren bei Unfällen auf den Straßen ihr Leben, darunter 445 Fahrradfahrer.