Militärpräsenz

Trump will offenbar US-Soldaten aus Deutschland verlegen

US-Präsident Donald Trump überlegt, die US-Soldaten aus Deutschland abzuziehen - nach Polen.

US-Präsident Donald Trump überlegt, die US-Soldaten aus Deutschland abzuziehen - nach Polen.

Foto: KEVIN LAMARQUE / Reuters

Deutschland gebe zu wenig für sein Militär aus, sagt US-Präsident Trump. Als Folge will er Soldaten ins Nachbarland Polen verlegen.

Washington.  Polen soll mehr US-Soldaten bekommen – und die werden dann womöglich aus Deutschland abgezogen. Darüber sprach US-Präsident Donald Trump bei einem Treffen mit dem polnischen Präsidenten Andrzej Duda am Mittwochabend.

Es sei geplant, die US-Truppenpräsenz in Polen zu erhöhen. Die USA wollen 1000 Soldaten dorthin verlegen. Eine abschließende Entscheidung sei aber noch nicht gefallen. Zusätzliche Soldaten aus den USA werde es aber nicht geben, sagte Trump. Stattdessen will er die Truppen innerhalb von Europa verlegen. Aus Deutschland oder von anderen Orten.

Trump wiederholt Kritik an Verteidigungsausgaben in Deutschland

Seit längerem kritisiert der US-Präsident die seiner Ansicht nach zu niedrigen Verteidigungsausgaben der Bundesrepublik. Diese Kritik wiederholte er auch bei dem Treffen mit Duda. Auch der US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, hatte höhere Rüstungsausgaben gefordert.

Erst am Mittwochabend hatte CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer Donald Trump in Schutz genommen. Sie bekannte sich klar zu der von den USA geforderten Erhöhung der Verteidigungsausgaben.

US-Soldaten nach Polen – Lob von der Nato

Derzeit sind nach Angaben der polnischen Regierung rund 4500 US-Soldaten in Polen stationiert. Polens Regierung wirbt schon lange für eine Aufstockung der amerikanischen Truppen im eigenen Land. Viele Polen sehen in den USA die Schutzmacht gegen eine russische Bedrohung, die an der Ostflanke der Nato seit Beginn der Ukrainekrise besonders stark wahrgenommen wird.

Lob für Trumps Ankündigung kam von der Nato. Generalsekretär Jens Stoltenberg begrüßte den Schritt und sagte, er zeige das starke Bekenntnis der Vereinigten Staaten zur Sicherheit in Europa und die Stärke des transatlantischen Bündnisses. (dpa/rtr/sdo)