Bodypainting

Auftritt als Bodypainting-Einhorn – das sagt die Politikerin

Wirbel um ein halb nacktes Einhorn in Schwäbisch Gmünd: Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (l., Bündnis 90/Die Grünen) und Linken-Stadträtin Cynthia Schneider bei der Eröffnung des Erlebnisgartens der Remstal Gartenschau am Freitag.

Wirbel um ein halb nacktes Einhorn in Schwäbisch Gmünd: Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (l., Bündnis 90/Die Grünen) und Linken-Stadträtin Cynthia Schneider bei der Eröffnung des Erlebnisgartens der Remstal Gartenschau am Freitag.

Foto: Fabian Sommer / dpa

Politikerin Cynthia Schneider tritt als Bodypainting-Model für eine Gartenschau auf. Eigentlich eine schöne Aktion. Warum es Unmut gab.

Schwäbisch Gmünd. Der Auftritt einer Lokalpolitikerin als Bodypainting-Model hat in Baden-Württemberg Wirbel ausgelöst. Bei der Eröffnung einer Gartenschau für die Region um Schwäbisch Gmünd zeigte sich Linken-Stadträtin Cynthia Schneider nur in Körperfarbe, Einhornkappe und einem schmalen Slip.

Den Veranstalter störte zumindest die Nacktheit nicht – das Einhorn hingegen ist mächtig sauer. Auch, wenn es sich im Internet schon länger als Einhorn präsentiert.

„Nichts gegen Einhörner, aber die Art und Weise wie es präsentiert wurde, war natürlich nicht ganz angemessen“, kritisierte hingegen Thorsten Englert, der Geschäftsführer der Remstal Gartenschau. Dabei habe ihn ausdrücklich nicht gestört, dass die Linkenpolitikerin unter der Farbe fast nackt war. „Das ist gar nicht so aufgefallen.“ Vielmehr habe Schneiders Auftritt der Gartenschau selbst und auch den anderen 15 teilnehmenden Gemeinden die Schau gestohlen.

Einhorn-Auftritt bei Gartenschau: Ministerpräsident verteidigt Politikerin

Die Fotos von der Eröffnung am Freitag zeigen tatsächlich vor allem den lachenden Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (Grüne) neben der fröhlichen Cynthia Schneider mit Strass und Schmetterlingen auf der nackten Brust und Einhorn auf der Stirn.

Der baden-württembergische Regierungschef reagierte am Mittwoch gelassen auf die Nachwehen des Auftritts. „Wir sollten nicht bei jedem Ereignis fundamentalistische Debatten führen. Das halte ich für völlig überspannt“, sagte Kretschmann in Stuttgart. Den Auftritt könne jeder bewerten wie er wolle. „Der eine findet das humorvoll, der andere interessant, der nächste poppig, der übernächste blöd. Wir sind in einer freien Gesellschaft.“

Schneider wollte anonym bleiben

Die Kinder auf der Bühne hätten das Einhorn alias Schneider jedenfalls begeistert umringt. „Kindergartenkindern imponiert doch nicht irgendein halb nackter Busen. Die Figur hat sie fasziniert, und die ist da einfach grandios dargestellt worden.“ Der Oberbürgermeister von Schwäbisch Gmünd, Richard Arnold (CDU), versteht nach Worten seines Sprechers die Aufregung ebenfalls nicht so ganz. „Er steht weiterhin voll und ganz hinter der Aktion.“

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Schneider ist allerdings selbst nicht ganz glücklich mit der Aktion – denn eigentlich wollte die Mittdreißigerin anonym bleiben: „Der OB sicherte mir zu, dass ich inkognito auftreten kann“, sagte Schneider der „Bild“. Das habe habe der OB allerdings nicht als Absprache verstanden: „Man kennt sich ja sowieso untereinander“, so der Sprecher von Arnold.

Im Internet präsentiert sich die Politikerin ohnehin gleichermaßen als Politikerin als auch als Bodypainting-Fan. Im vergangenen Jahr postete sie bei Instagram ein Bild von sich und erlärte: „Sei immer DU selbst! Außer DU kannst ein EINHORN sein, dann sei ein EINHORN!!!“

Erfahrung als Bodypainting-Model

Auf der Bühne hatte Arnold mit Blick auf das Einhorn gesagt: „So sehen bei uns im Ostalbkreis Stadträtinnen aus.“ Allerdings tue es dem Rathauschef leid, dass Schneider danach als Person und Politikerin in den Mittelpunkt gerückt sei. Er habe sie für die Aktion angesprochen, weil sie als Bodypainting-Model Erfahrung hatte. Mit ihr als Stadträtin habe das nichts zu tun gehabt.

Die Linken-Fraktion in Schwäbisch Gmünd hat den Auftritt laut einer Pressemitteilung „als unglücklich betrachtet und bedauert“. Er sei mit Partei und Fraktion nicht abgesprochen gewesen. Schneider selbst war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Der Gartenschau schadete die ganze Aufregung bisher nicht. Allein am Eröffnungswochenende waren laut Englert an die 100.000 Gäste im Remstal zu Besuch gewesen. (dpa/küp)