Bahnverkehr

ICE fährt ihm zu schnell: Betrunkener bedroht Lokführer

Der Zug fuhr ihm zu schnell, deshalb hielt er den Lokführer an, das Tempo zu drosseln.

Der Zug fuhr ihm zu schnell, deshalb hielt er den Lokführer an, das Tempo zu drosseln.

Foto: Karl-Josef Hildenbrand / dpa

Weil der ICE angeblich zu schnell fuhr, verschaffte sich ein Reisender Zugang zur Fahrerkabine. Dort bedrohte er den Fahrer.

Mörfelden-Walldorf.  Mit Promille im Blut dreht sich die Welt oft etwas rasanter, als es für das Sehfeld angenehm ist. Einem Mann auf Reisen wurde die Fahrt im ICE von Frankfurt nach Paris dann auch zu schnell. Deshalb verschaffte er sich gewaltsam Zugang zur Führerkabine des Lokführers forderte von ihm, das Tempo des Zuges zu drosseln.

Wie Reisende gegenüber der Bundespolizei angaben, habe der 30-Jährige ohne Vorwarnung einen Feuerlöscher von der Wand genommen, sei dann zur Tür des Lokführers gegangen und habe die Glasscheibe der Tür mit dem Feuerlöscher eingeschlagen.

Betrunkener attackierte ICE-Lokführer

Als die Scheibe zu Bruch ging, forderte der Mann vom sichtlich geschockten Lokführer, die Geschwindigkeit zu verringern, da der Zug viel zu schnell fahre und er die vielen Reisenden im Zug retten müsse. Der Lokführer bremste den Zug tatsächlich ab und konnte so am Bahnhof im hessischen Walldorf außerplanmäßig halten, wie die Polizei berichtet.

Da rettete allerdings nicht der Mann die anderen Passagiere: Die Polizei, alarmiert von anderen Reisenden, nahm den Betrunkenen fest. Nachdem er zur Wache der Bundespolizei gebracht wurde, konnte bei ihm eine Atemalkoholkonzentration von 1,73 Promille festgestellt werden.

Lokführer stand unter Schock

Der unter Schock stehende Lokführer musste seinen Dienst abbrechen. Durch den Vorfall kam es bei insgesamt 18 Zügen zu Verspätungen. Gegen den Heidelberger hat die Bundespolizeiinspektion Frankfurt am Main ein Ermittlungsverfahren wegen des gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr, Sachbeschädigung und Nötigung eingeleitet. (aba)