Angriff

Mindestens 40 Tote bei Anschlag auf Ministerium in Kabul

Afghanische Sicherheitskräfte in Kabul.

Afghanische Sicherheitskräfte in Kabul.

Foto: Rahmat Gul / dpa

Einer der schwersten Anschläge des Jahres: Erst nach mehr als zehn Stunden brachten Sicherheitskräfte die Lage unter Kontrolle.

Kabul.  Verheerender Anschlag in Afghanistan: Bei einem Terroranschlag auf ein Ministerium in der afghanischen Hauptstadt Kabul sind 43 Menschen getötet worden. Die Sicherheitskräfte kämpften mehr als zehn Stunden mit einer Gruppe islamistischer Angreifer, bis sie die Kontrolle über die Behörde wiedererlangten, wie der afghanische TV-Sender Tolo am Dienstag berichtete. Mindestens 25 Menschen wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums bei dem Anschlag verletzt.

Die Aufständischen hatten am Montagnachmittag ein mit Sprengstoff beladenes Fahrzeug in der Nähe des Bauministeriums zur Explosion gebracht. Später drangen die Terroristen in das Gebäude der Nationalen Staatsstelle für die Belange von Behinderten und Familien von Kriegsgefallenen ein. Hunderte Angestellte waren über Stunden in dem Komplex eingeschlossen, während die Sicherheitskräfte sich Feuergefechte mit den Angreifern lieferten.

Wichtigste Ministerien von Taliban-Gegnern geführt

Es war einer der schwersten Anschläge in Afghanistan in diesem Jahr. Keine der in dem Land operierenden Terrorgruppen bekannte sich zunächst zu dem Angriff. Sowohl die aufständischen Taliban als auch die Terrorgruppe „Islamischer Staat“, die in Afghanistan unter dem Namen «Daesh» operiert, haben in der Vergangenheit ähnliche Anschläge verübt. Der Angriff erfolgte nur wenige Tage nach der Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, in den kommenden zwei Monaten die Hälfte der in Afghanistan stationierten US-Soldaten abzuziehen.

Am Sonntag reagierte Afghanistans Präsident Aschraf Ghani auf den Schritt der USA und wechselte die Spitze des Verteidigungs- und des Innenministerium aus. Die beiden wichtigsten Ministerien des Landes werden nun von erklärten Taliban-Gegnern geführt. (epd/les)