Bundestagspräsident

Wolfgang Schäuble spricht sich für Merz als CDU-Chef aus

Wolfgang Schäuble (CDU) unterstützt Friedrich Merz bei seiner Kandidatur für den Parteivorsitz der CDU.

Wolfgang Schäuble (CDU) unterstützt Friedrich Merz bei seiner Kandidatur für den Parteivorsitz der CDU.

Foto: Gerhard Baeuerle / dpa

Wolfgang Schäuble und Friedrich Merz wurde oft ein enges Verhältnis nachgesagt. Nun wirbt Schäuble offen für Merz an der CDU-Spitze.

Franktfurt am Main.  Vor dem CDU-Parteitag in Hamburg am Wochenende ist noch offen, wer Angela Merkel an der Parteispitze beerbt. Eine Stimme scheint aber der Kandidat Friedrich Merz sicher zu haben: Wolfgang Schäuble spricht sich in einem Interview offen für Merz als CDU-Vorsitzender aus.

Der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ sagte der Bundestagspräsident Schäuble: „Es wäre das Beste für das Land, wenn Friedrich Merz eine Mehrheit auf dem Parteitag erhielte“. Das sei seine feste Meinung. Mit Merz an der Spitze sei es einfacher, wieder die politischen Kräfte hin zur Mitte zu integrieren. „Die politischen Ränder würden wieder schwächer, so Schäuble.

Neben Schäuble hat sich auch EU-Kommissar Günther Oettinger für Friedrich Merz ausgesprochen. „Ich werde auf dem Parteitag Friedrich Merz wählen“, sagte der 65-jährige frühere Ministerpräsident von Baden-Württemberg der „Stuttgarter Zeitung“ und den „Stuttgarter Nachrichten“.

In einer WDR-Dokumentation, die am Montag im Ersten ausgestrahlt wurde, hatte der ehemalige Fraktionsvorsitzende der CDU/CSU, Friedrich Merz, über sein Verhältnis zu Wolfgang Schäuble berichtet. So hätten beide Politiker während der Griechenland-Krise ab 2010 immer wieder in Kontakt gestanden.

Friedrich Merz hätte Wolfgang Schäuble bei Kanzler-Plan unterstützt

Dabei sei es auch um die Frage gegangen, ob Wolfgang Schäuble bei einem Scheitern der damaligen Pläne von Angela Merkel noch einmal Kanzler werden könnte. Friedrich Merz habe damals zugesichert, Wolfgang Schäuble zu unterstützen, wäre es so gekommen.

Donnerstag startet der CDU-Parteitag in Hamburg , auf dem auch der Parteivorsitz neu geregelt wird. Angela Merkel hatte Ende November angekündigt, beim Parteitag nicht noch einmal für den Vorsitz zu kandidieren. Nur wenige Stunden nach Merkels Ankündigung hatte Friedrich Merz schriftlich mitgeteilt, für die Nachfolge bereitzustehen. Merz war von 2000-2002 Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU im Bundestag. 2009 schied Merz aus dem Bundestag aus. Er war auch zu dieser Zeit schon in verschiedenen Positionen in der Wirtschaft tätig.

Neben Merz treten beim Parteitag CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer, Umweltminister Jens Spahn und der eher aussichtslose Andreas Ritzenhoff im Duell um die Parteispitze an. Eine neue Umfrage zeigt: Kramp-Karrenbauer ist beliebter als Merz . (ac)