Festnahme

Polizei durchsucht Wohnungen nach Auto-Attacke in London

Spurensicherung am Tatort: Bei dem Vorfall in London wurden drei Menschen verletzt.

Spurensicherung am Tatort: Bei dem Vorfall in London wurden drei Menschen verletzt.

Foto: HENRY NICHOLLS / REUTERS

Am britischen Parlamentsgebäude hat es am Dienstag einen Zwischenfall gegeben. Ein Mann fuhr mit dem Auto in eine Absperrung.

London.  Möglicherweise in terroristischer Absicht ist ein Mann am Dienstag mit einem Auto in die Absperrungen vor dem britischen Parlament in London gerast. Er erfasste dabei nach Angaben der Polizei Fußgänger und Radfahrer. Eine Frau wurde schwer verletzt, zwei weitere Menschen erlitten leichtere Verletzungen.

Der Fahrer wurde festgenommen. Es handelt sich um einen 29-jährigen Briten, wie die Polizei am Abend mitteilte. Der für Sicherheit zuständige Staatssekretär, Ben Wallace, fügte im BBC-Fernsehen hinzu, der Mann habe einen Migrationshintergrund.

Keine Waffen im Wagen gefunden

„Im Moment behandeln wir das als terroristischen Vorfall, und die Anti-Terror-Einheit leitet jetzt die Ermittlungen“, teilte Scotland Yard mit. Der Ort, die Art des Vorfalls und die Tatsache, dass dieser allem Anschein nach absichtlich herbeigeführt worden sei, habe dafür den Ausschlag gegeben, sagte ein Polizeisprecher. Das Motiv blieb zunächst aber unklar.

Der Fahrer war allein im Wagen. Waffen fand die Polizei zunächst nicht. Im Fokus der Ermittler standen am Abend zwei Wohnungen in Birmingham und eine in Nottingham, die Schauplatz von Durchsuchungen waren.

Auto raste über Verkehrsinsel in die Absperrung

Auf einem Video im Internet ist zu sehen, wie ein silberfarbenes Auto eine Verkehrsinsel und die Gegenfahrbahn überquert, bevor es in die Absperrung vor dem Parlament rast. Eine weitere Aufnahme zeigt, wie Polizisten den Fahrer aus dem schwer beschädigten Auto zerren.

Weitere Verdächtige neben dem Fahrer des Autos gebe es nicht, sagte die Polizei. Für den Rest der Stadt und des Landes bestand nach Angaben der Sicherheitsbehörden keine erhöhte Gefahr durch den Vorfall in London.

Straßen rund um Parlament in London abgesperrt

Der Vorfall ereignete sich um 7.37 Uhr Ortszeit (8.37 Uhr MESZ). Die Straßen rund um das Parlamentsgebäude wurden abgesperrt, Dutzende Polizei- und Rettungswagen waren vor Ort. Die U-Bahnstation Westminster wurde für den Verkehr gesperrt. Hubschrauber kreisten über Westminster Palace, überall standen Polizeifahrzeuge.

Eine Augenzeugin berichtete: „Es sah so aus, als sei es absichtlich gewesen. Das Auto fuhr sehr schnell in Richtung der Absperrungen“, sagte Ewalina Ochab der Nachrichtenagentur PA. Sie habe vorne an dem Fahrzeug kein Kennzeichen gesehen.

Parlament in London seit 2017 noch besser gesichert

Das Parlament ist seit einem Anschlag im März 2017 von einer Sicherheitsbarriere aus Stahl und Beton umgeben. Damals war ein Angreifer mit einem Auto auf der Westminster Bridge in eine Menschenmenge gefahren, vier Passanten wurden getötet. Der Mann erstach außerdem einen Polizisten, ehe er von der Polizei erschossen wurde. (rtr/dpa/ac/sdo)