Aufenthaltserlaubnis

Zahl der Ausweisungen von Ausländern hat sich verdoppelt

Behörden weisen bundesweit immer mehr Ausländer aus.

Behörden weisen bundesweit immer mehr Ausländer aus.

Foto: Jan Woitas / dpa

Die Zahl der Ausweisungen von Ausländern hat sich binnen eines Jahres verdoppelt. Meistens müssen Türken das Land wieder verlassen.

Osnabrück.  Deutsche Behörden haben 2017 doppelt so viele Ausländer ausgewiesen wie noch zwei Jahre zuvor. Das berichtete die „Neue Osnabrücker Zeitung“ unter Berufung auf eine Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken. Demnach erließen Behörden im Vorjahr 7374 sogenannte Ausweisungsverfügungen. 2015 waren es 3604.

Im Falle einer Ausweisungsverfügung erlischt die Aufenthaltserlaubnis. Betroffene werden aufgefordert, innerhalb eines bestimmten Zeitraums das Land zu verlassen. Kommen sie der Aufforderung nicht nach, kann eine Abschiebung folgen.

Die Voraussetzungen für eine Ausweisung wurden auch unter dem Eindruck der Ereignisse der Silvesternacht von Köln herabgesetzt worden, wie das Blatt schreibt.

Im Ausländerzentralregister sind laut Bundesinnenministerium fast 300.000 Ausweisungsverfügungen gespeichert, davon die meisten in Nordrhein-Westfalen (61.000), Baden-Württemberg, Bayern und Hessen (je 45.000). Von den Betroffenen hielten sich nach den Angaben des Ministeriums zum Stichtag 30. Juni etwa 29.000 noch in Deutschland auf.

Kritik von der Linken

Laut „NOZ“ betreffen die meisten Ausweisungen Türken, es sind fast 53.000 Anordnungen. Auch viele Menschen aus dem ehemaligen Jugoslawien und der Ukraine müssen Deutschland wieder verlassen. Im vergangenen Jahr waren es demnach aber vor allem Menschen aus Algerien, Albanien und Marokko.

Die Linken-Bundestagsabgeordnete Ulla Jelpke kritisierte insbesondere die Ausweisungen von Kindern und Jugendlichen. Laut Bundesregierung sind mehr als 200 Verfügungen gegen Minderjährige ergangen, 93 waren 14 Jahre alt oder jünger. „Gerade diese jungen Menschen, die oft in Deutschland aufgewachsen sind, brauchen pädagogische Hilfe und nicht die Abschiebung in ein Land, das sie nicht kennen und dessen Sprache sie häufig nicht einmal mächtig sind“, sagte Jelpke. (dpa)