Flüchtlingshilfswerk

UN: Mittelmeer tödlichste Seeroute für Flüchtlinge

Ein Mann schwimmt in den frühen Morgenstunden des 2. August 2018 verzweifelt auf ein Rettungsschiff vor der Küste Libyens zu.

Ein Mann schwimmt in den frühen Morgenstunden des 2. August 2018 verzweifelt auf ein Rettungsschiff vor der Küste Libyens zu.

Foto: Valerio Nicolosi / dpa

Mehr als 1500 Menschen sind 2018 bereits bei der Flucht über das Mittelmeer gestorben. Hauptziel der Flüchtenden ist jetzt Spanien.

Mehr als 1500 Flüchtlinge und Migranten sind nach Angaben der Vereinten Nationen seit Jahresbeginn im Mittelmeer ertrunken , davon allein 850 im Juni und Juli. Die Zahlen seien deshalb so alarmierend, weil es mehr Todesfälle gebe, aber zugleich immer weniger Menschen in Europa ankämen, teilte das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR am Freitag mit. Das Mittelmeer sei damit weltweit die tödlichste Seeroute.

Rund 60.000 Menschen haben laut UNHCR in diesem Jahr das Mittelmeer überquert. Das sei etwa die Hälfte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Spanien sei mit 23.500 Ankömmlingen derzeit das Hauptziel. Danach folgten Italien mit 18.500 und Griechenland mit 16.000. Mit einem Anteil von 13,5 Prozent stellten Flüchtlinge aus dem Kriegsland Syrien die größte Gruppe.

UNHCR: Schmugglernetzwerke zerschlagen

Das UNHCR rief alle Staaten entlang der Transitrouten auf, die Schmugglernetzwerke zu zerschlagen. Es müssten diejenigen zur Verantwortung gezogen werden, die Profit aus der Ausbeutung von gefährdeten Menschen schlagen wollten. Menschenschmuggler organisierten immer gefährlichere Überfahrten in immer weniger seetauglichen Booten, hieß es. Auf diesen würden viel zu viele Menschen in der Hoffnung untergebracht, dass rechtzeitig Hilfe eintreffe. (dpa)