Studium

Bafög: So läuft die Studienfinanzierung in anderen Ländern

Studenten der Wirtschaftswissenschaften sitzen in einer Vorlesung an der Universität Leipzig.

Studenten der Wirtschaftswissenschaften sitzen in einer Vorlesung an der Universität Leipzig.

Foto: Jan Woitas / dpa

In Deutschland sinkt zurzeit die Zahl der vom Staat geförderten Schüler und Studenten. Wie ist die Situation im Ausland. Ein Überblick.

Berlin.  Deutsche Studenten können Bafög beziehen, wenn ihre Eltern sie nicht unterstützen können. Doch wie läuft die Studienfinanzierung in anderen europäischen Staaten ab. Ein Überblick:

Frankreich: Studenten unter 28 Jahren können Beihilfen beantragen. Von der jeweiligen sozialen Situation hängt ab, ob und wie viel Geld es am Ende gibt (maximal 5551 Euro im Jahr). Nur sehr wenige Franzosen nehmen staatliche Darlehen zur Finanzierung ihres Studiums auf. Gut 60 Prozent der Studenten müssen laut einer europaweiten Studie der EU-Kommission für die Jahre 2017 und 2018 Studiengebühren zwischen 184 und 256 Euro im Jahr bezahlen. Studenten, die eine Beihilfe vom Staat bekommen, sind von den Studiengebühren befreit.

Dänemark: Studenten, die weniger als umgerechnet 1734 Euro im Monat verdienen, haben Anspruch auf staatliche Beihilfen. Diese belaufen sich für Studenten, die in einer eigenen Wohnung oder einer Wohngemeinschaft leben, auf höchstens 807 Euro im Monat. 85 Prozent der Studenten erhalten eine Beihilfe. Für Studenten mit Kindern gibt es mehr Geld. Zu einer Beihilfe kann auch noch ein staatliches Darlehen beantragt werden. Vollzeitstudenten müssen keine Studiengebühren entrichten.

Schweden: In dem skandinavischen Land können Studenten eine Beihilfe von umgerechnet maximal 2995 Euro im Jahr erhalten – für maximal sechs Jahre. Mehr als zwei Drittel der schwedischen Studenten beziehen diese staatliche Beihilfe. Wer bereits ein Kind hat, bekommt mehr Geld. Für Studenten fallen in Schweden keine Studiengebühren an. Die hohen Lebenshaltungskosten führten in den vergangenen Jahren dazu, dass sich immer mehr Studenten verschulden. So waren im Jahr 2016 zwei Drittel der rund 475.000 Nachwuchsakademiker mit umgerechnet gut 15.000 Euro verschuldet.

Niederlande: Wer sich in den Niederlanden an einer Universität einschreibt, kann ein staatliches Darlehen von maximal 1035 Euro pro Monat beantragen. Das Geld muss innerhalb von 35 Jahren zurückgezahlt werden. Studenten, deren Eltern wenig verdienen, haben Anspruch auf eine Beihilfe von höchstens 388 Euro pro Monat. Wenn der Student innerhalb von zehn Jahren einen Abschluss erwirbt, muss er dieses Geld nicht zurückzahlen. Alle Bachelor- und Masterstudenten müssen Studiengebühren zahlen – rund 2000 Euro pro Jahr.

Spanien: Die Beihilfe für Studenten in Spanien kann bis zu 6682 Euro im Jahr betragen. Die Höhe hängt vom Familieneinkommen und zum Teil auch von der Leistung des Studenten ab. Weniger als den Höchstsatz erhält, wer noch zu Hause bei den Eltern wohnt. Staatliche Darlehen zur Finanzierung des Studiums gibt es nicht. Die Höhe der Studiengebühren ist abhängig von verschiedenen Faktoren, etwa der Fachrichtung.