Atomstreit

Treffen mit Kim Jong Un – Trump braucht einen Erfolg

US-Präsident Trump und Nordkoreas Machthaber Kim werden sich nach Angaben des Weißen Hauses am 12.Juni in einem Hotel in Singapur treffen.

US-Präsident Trump und Nordkoreas Machthaber Kim werden sich nach Angaben des Weißen Hauses am 12.Juni in einem Hotel in Singapur treffen.

Foto: Evan Vucci / dpa

Laut dem ehemaligen deutschen US-Botschafter steht Trump vor dem Gipfel mit Nordkorea unter Druck. Das könnte Kim Jong Un helfen.

München.  Nach Einschätzung des früheren US-Botschafters in Deutschland, John Kornblum, steht US-Präsident Donald Trump bei dem Gipfel mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un in Singapurunter Erfolgsdruck.

„Wenn ich jetzt in der Delegation von Kim Jong Un wäre, würde ich sagen: Trump gibt uns jetzt eine große Chance, weil er jetzt hier einen Sieg braucht. Das heißt, wir können erwarten, dass er ein bisschen flexibel ist“, sagte der Diplomat am Montag dem Bayerischen Rundfunk.

Friedliche Lösung gesucht

Bei dem Treffen an diesem Dienstag geht es um eine friedliche Lösung des Atomstreits mit Nordkorea. Die USA hoffen, die Führung in Pjöngjang dazu bewegen zu können, ihr Atomprogramm komplett, unumkehrbar und überprüfbar abzubauen.

Die USA sind nach Worten von Außenminister Mike Pompeo bereit, Nordkorea beispiellose Sicherheitsgarantien zu geben. Präsident Donald Trump erkenne an, dass der Staat ein Bedürfnis nach Sicherheit habe, sagte Pompeo am Montag. Von den Sicherheitsvereinbarungen würden auch die nordkoreanischen Bürger profitieren. Insgesamt äußerte sich Pompeo über das geplante Gipfeltreffen von Trump und Machthaber Kim Jong Un optimistisch. Es gebe allerdings noch viel Arbeit.

Zuvor hatte Trump beim G7-Gipfel in Kanada für einen Eklat gesorgt. Er hatte seine Zustimmung zum Abschlusskommuniqué des Gipfels zurückgezogen. Dazu sagte Kornblum: „Es ist schwer, sein Handeln zu deuten. Aber Donald Trump ist nicht die Vereinigten Staaten. Es gibt weiter verbindenden Werte des Westens.“

Wenn der eine oder andere politische Führer ausschere, „müssen die anderen westlichen Staaten versuchen, diesen wieder umzustimmen“. Europa macht das laut Kornblum prinzipiell richtig, indem es Trump deutlich mache, dass Europa mit Trumps Politik nicht einverstanden sei und durchaus Gegenmaßnahmen wie Strafzölle errichten könne.

Iran mahnt zur Vorsicht

Der Iran hat unterdessen Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un vor der unberechenbaren Politik des US-Präsidenten Donald Trump gewarnt. „Auch wir begrüßen jede Initiative für Frieden und Stabilität in Korea (...). Nordkorea sollte aber mit den USA und besonders Trump achtsam sein“, sagte Außenamtssprecher Bahram Ghassemi.

Trump habe mit der Aufkündigung des Atomdeals mit dem Iran bewiesen, dass er sich nicht an internationale Abkommen halte. „Daher ist auch bei diesem Gipfel Optimismus eher fehl am Platz“, sagte Ghassemi in einer Pressekonferenz. (dpa)