Gipfel

Darum treffen sich Donald Trump und Kim Jong Un in Singapur

Die Skyline des Bankenviertels in Singapur.

Die Skyline des Bankenviertels in Singapur.

Foto: Wong Maye-E / dpa

Nicht die Schweiz, nicht Schweden: Das Treffen des Jahres ist in Singapur. Darum beeinflussten Kims Flugzeuge die Wahl des Gipfelorts.

Berlin.  Es wird ein historisches Gipfeltreffen: US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un wollen am 12. Juni zu einem Treffen zusammenkommen. Das gab Trump am Donnerstag via Twitter bekannt.

„Wir werden beide versuchen, dies zu einem sehr besonderen Augenblick für den Weltfrieden zu machen“, schrieb er. Trump wäre damit der erste amtierende US-Präsident, der sich mit der Führung des kommunistischen Nordkoreas trifft.

Ort des Geschehens wird der südostasiatische Stadtstaat Singapur sein. Eine ungewöhnliche Wahl, ist Singapur doch kein klassischer Tagungsort der internationalen Diplomatie wie zum Beispiel Wien oder Genf.

Auf Nachfrage, warum die Wahl so ausfiel, sagte ein Vertreter der US-Administration der Seite Sputnik: „Sicherheit, Lage, Neutralität.“

Diese Kriterien beeinflussten Trump und Kim bei ihrer Entscheidung:

• Anreise:

Der Stadtstaat mit 5,6 Millionen Einwohnern hat überraschend die neutrale Schweiz oder Schweden als Gipfelort ausgestochen. Experten stichelten bereit, das liege an den altersschwachen Flugzeugen von Kim Jong Un. Die würden ohne peinliche Zwischenlandung niemals das Ziel erreichen. Dabei ist die nordkoreanische Hauptstadt Pjöngjang „nur“ 4750 Kilometer Luftlinie entfernt. Für Trump dagegen wird es eine längere Anreise: aus Washington sind es 15.500 Kilometer bis Singapur.

• Sicherheit:

Umfassende Kameraüberwachung, Zehntausende Polizisten und eine gut ausgerüstete Armee: Singapur gilt als eines der sichersten Länder der Welt. Im „Safe City Index“, der 60 Städte anhand von Kategorien wie Sicherheit, Klima, Infrastruktur, Gesundheitssicherheit und persönliche Sicherheit miteinander vergleicht, nimmt es den zweiten Rang hinter Tokio ein. Was die Gefahr von Anschlägen angeht, gilt der Ort als extrem sicheres Pflaster.

• Erfahrung:

Singapur trägt in diesem Jahr gleich drei Gipfel aus. Im April war hier schon ein erstes Treffen der Staats- und Regierungschefs aus der Gemeinschaft Südostasiatischer Staaten (Asean). Der Stadtstadt führt darin 2018 den Vorsitz. Im November gibt es einen weiteren Gipfel.

Auf diplomatischem Feld ist Singapur zudem durch den „Shangri-La“-Dialog bekannt – eine hochkarätig besetzte Tagung zur Verteidigungspolitik für den Asien-Pazifik-Raum, die einmal pro Jahr im gleichnamigen Luxushotel stattfindet.

• Beziehungen:

Als einer von wenigen Staaten unterhält Singapur zu Nordkorea vergleichsweise normale Beziehungen. Nordkorea hat eine Botschaft in Singapur, der Stadtstaat nahm im weltweiten Machtgefüge eine neutrale Position ein. Für den weitgehend isolierten kommunistischen Staat ist Singapur immerhin achtgrößter Handelspartner. Im Zuge der UN-Sanktionen gegen Nordkorea hatte Singapur allerdings die Handelsbeziehungen ausgesetzt.

Und auch zu den USA, mit denen man ein Freihandels- und ein Sicherheitsabkommen hat, pflegt Singapur gute Beziehungen. Neben China und Malaysia sind die Vereinigten Staaten einer der wichtigsten Handelspartner. (mit dpa)