Gift-Attacke

Auswärtiges Amt: Russland steckt wohl hinter Gift-Anschlag

Putin: "Wir haben all unsere chemischen Waffen vernichtet"

Im Fall des Nervengift-Anschlags auf den russischen Ex-Doppelagenten Sergej Skripal in Großbritannien weist der russische Präsident Wladimir Putin die Vorwürfe gegen Moskau als "Unsinn" zurück....

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Das Auswärtige Amt hält es für sehr wahrscheinlich, dass Russland hinter dem Anschlag auf Sergej Skripal und seine Tochter steckt.

Berlin.  Russland trägt nach Darstellung des Auswärtigen Amts mit „hoher Wahrscheinlichkeit die Verantwortung für den Anschlag auf Sergej Skripal und seine Tochter“. In einer Antwort auf eine Parlamentsanfrage, die unserer Redaktion vorliegt, heißt es zudem: „Es gibt keine plausible alternative Erklärung.“

Auch der Hinweis darauf, dass andere Staaten Nervengifte aus dieser Gruppe herstellen könnten oder besitzen, führe nicht zu einer plausiblen alternativen Erklärung. Moskaus Weigerung, auf die Fragen aus London einzugehen, gebe „zusätzliche Anhaltspunkte für eine Verantwortlichkeit“. Großbritannien habe „der Bundesregierung und anderen westlichen Partnern im Detail dargelegt“, dass Moskau für den Skripal-Anschlag verantwortlich sei.

Dagdelen kritisiert Außenministerium für Vorverurteilung

Sevim Dagdelen, Vize-Chefin der Linksfraktion, kritisiert das Außenministerium. „Die Haltung der Bundesregierung spricht allen rechtsstaatlichen Prinzipien Hohn, ganz besonders dem Grundsatz in dubio pro reo“, sagte Dagdelen, die die Anfrage stellte, unserer Redaktion. „Eine Aufklärung fordern und gleichzeitig einen Schuldigen zu präsentieren ist scheinheilig.“

Anfang März waren der Ex-Doppelagent Sergej Skripal und seine Tochter in Salisbury in Südengland Opfer eines Anschlags mit einem militärischen Nervengift geworden.

(gau)