Terror

Verfassungsschutz warnt vor Anschlägen „einsamer Wölfe“

Schwerbewaffnete Polizisten am Essener Weihnachtsmarkt: „Einsame Wölfe“, die sich im Stillen radikalisieren und bis zu einem Anschlag nicht auffallen, machen den Sicherheitsbehörden seit langem Sorgen.

Schwerbewaffnete Polizisten am Essener Weihnachtsmarkt: „Einsame Wölfe“, die sich im Stillen radikalisieren und bis zu einem Anschlag nicht auffallen, machen den Sicherheitsbehörden seit langem Sorgen.

Foto: Gottfried Czepluch / imago/Gottfried Czepluch

Der internationale Dschihad setzt mehr und mehr auf Einzel-Attentäter. Im Internet wird zu Anschlägen auf Kindergärten aufgerufen.

Berlin.  Der Verfassungsschutz hat in den vergangenen Monaten einen deutlichen Anstieg dschihadistischer Aufrufe zu Anschlägen radikalisierter Einzeltäter registriert. Dies berichtet „Der Spiegel“ unter Berufung auf eine vertrauliche Analyse der Sicherheitsbehörde. Auch habe sich die Qualität der Hassbotschaften verändert, sie sei variantenreicher geworden.

„In dieser quantitativen Dichte und inhaltlichen Vielfalt bildet das Thema der ,Einsamen Wölfe` mittlerweile ein prägendes Element vor allem der inoffiziellen dschihadistischen Propaganda und nimmt dort einen immer größeren Raum ein“, zitierte das Magazin aus dem Dokument.

IS muss Gebietsverluste kompensieren

Fast täglich erschienen in sozialen Medien und in Messenger-Gruppen Anschlagsanleitungen, die sich an einzelne potenzielle Terroristen richteten. Dabei rufe die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) auch zu Angriffen auf Kindergärten und Kinderkrankenhäuser im Westen auf, warnt dem „Spiegel“ zufolge der Verfassungsschutz.

Bei diesen sechs Attacken haben islamistische Terroristen Fahrzeuge als Waffe benutzt
Bei diesen sechs Attacken haben islamistische Terroristen Fahrzeuge als Waffe benutzt

Der IS sei nach seinen Gebietsverlusten im Irak und Syrien auf Einzeltäterattacken angewiesen, um „den Fortbestand seiner Schlagkraft unter Beweis zu stellen“. In Europa seien 2017 mehr Anschläge einzelner Islamisten begangen worden als in den Vorjahren, häufig mit Messern.

Fanatische Einzeltäter, die sich im Stillen radikalisieren und bis zu einem Anschlag nicht auffallen, machen den Sicherheitsbehörden seit langem Sorgen. Sie gelten neben möglichen Rückkehrern aus Dschihad-Gebieten und ausländischen Kämpfern, die gezielt für einen Anschlag eingeschleust werden, als besondere Gefahr. (dpa)

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