BGH-Urteil

Ärztin klagt erfolgreich auf Löschung aus Jameda-Portal

Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe gab einer Ärztin Recht.

Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe gab einer Ärztin Recht.

Foto: Uli Deck / dpa

Jameda muss die Daten einer Hautärztin aus seinem Portal löschen. Sie fühlte sich benachteiligt. Der Bundesgerichtshof gab ihr Recht.

Karlsruhe.  Das Ärztebewertungsportal Jameda muss die Daten einer Kölner Hautärztin vollständig löschen. Das entschied am Dienstag der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe und gab der Dermatologin recht, die in den Vorinstanzen noch unterlegen war. Das Grundrecht der Frau auf informationelle Selbstbestimmung überwiege in diesem Fall das Recht von Jameda auf Meinungs- und Medienfreiheit, sagten die BGH-Richter in ihrer Urteilsbegründung. Die Entscheidung könnte auch andere Bewertungsportale betreffen.

Jameda habe die für Bewertungsportale gebotene Neutralität verlassen, weil es mit seinem Geschäftsmodell die für Werbung bezahlenden Ärzte begünstige. Jameda muss seine Werbeanzeigen nun grundlegend verändern.

Ärztin fühlte sich durch Geschäftsmodell benachteiligt

Die Hautärztin hatte ihr Persönlichkeitsrecht verletzt gesehen und fühlte sich durch das Geschäftsmodell von Jameda ungerecht behandelt. Ärzte können dort gegen Geld für sich werben – auch auf der Profilseite nicht zahlender Ärzte. Die zahlenden Mediziner sind auf ihrem Profil hingegen vor Einblendungen der Konkurrenz geschützt. Das sei unfair, sagte die Medizinerin und bekam nun Recht: Ihr Profil muss komplett aus dem Verzeichnis verschwinden. (dpa)