EU-Austritt

Moody’s stuft britische Bonität nach Teheresa Mays Rede herab

Die britische Premierministerin Theresa May.

Die britische Premierministerin Theresa May.

Foto: Jeff J Mitchell / Getty Images

Die britische Premierministerin May hat eine befristete Übergangsphase nach dem EU-Austritt vorgeschlagen. Sie denkt an zwei Jahre.

London.  Die britische Premierministerin Theresa May will mehr Zeit für die Umsetzung des EU-Austritts ihres Landes. Dafür hat sie in ihrer Grundsatzrede am Freitag in Florenz eine befristete Übergangsphase nach dem Brexit vorgeschlagen. Sie gehe von einer Dauer von ungefähr zwei Jahren aus, sagte May. Nur wenige Stunden nach der Rede der hat die US-Ratingagentur Moody’s ihre Einschätzung der Kreditwürdigkeit Großbritanniens nach unten korrigiert

May sagte, man werde auch nach dem EU-Austritt ein starker Partner der Europäischen Union sein, betonte May. Großbritannien strebe eine neue Partnerschaft an, erklärte sie in der Klosteranlage Santa Maria Novella in Florenz. Sie hat nach britischen Regierungsangaben die italienische Stadt für ihre Rede ausgewählt, weil es das „historische Herz“ Europas sei.

May hat sich zudem für „kreative Lösungen“ in den künftigen Handelsbeziehungen zwischen Großbritannien und der EU ausgesprochen. Modelle nach dem Vorbild etwa von Norwegen und Kanada lehne sie ab, sagte May bei ihrer Grundsatzrede am Freitag in Florenz. „Wir möchten Hand in Hand mit der EU zusammenarbeiten und nicht mehr ein Teil von ihr sein.“

Moody’s: Aussicht für Staatsfinanzen „erheblich verschlechtert“

Anleger an den Finanzmärkten zeigten sich im Anschluss enttäuscht, weil Mays Auftritt nicht viel Neues gebracht habe. Bereits im Laufe des Tages war das britische Pfund unter Druck gewesen. Dann folgte die Abstufung durch Moody’s. Das Rating werde von „Aa1“ auf „Aa2“ gesenkt. Die Aussicht für die Staatsfinanzen habe sich „erheblich verschlechtert“, hieß es zur Begründung. Es seien steigende Schulden zu erwarten, der Erfolg von Konsolidierungsbemühungen sei fraglich. Die Probleme würden durch eine wahrscheinliche wirtschaftliche Abschwächung auf mittlere Sicht infolge des Austritts aus der Europäischen Union verschärft.

Der Ausblick für das Rating sei „stabil“, hieß es von den Bonitätswächtern. Eine weitere Verschlechterung der Bonitätseinschätzung droht damit zunächst nicht. Auch nach der Abstufung gilt Großbritannien weiterhin als für die sichere Geldanlage geeignet. Das Pfund fiel aber nach der Ratingabstufung fiel es noch einmal deutlich um ein halbes Prozent und erreichte zwischenzeitlich ein Tagestief bei 1,3451 US-Dollar. Auch im Verhältnis zum Euro gab das Pfund deutlich nach. (dpa)