Menschenrechte

Angeblich Dutzende Gefangene in Tschetschenien getötet

Blumen auf einer Regenbogenflagge vor der russischen Botschaft in London am 2. Juni. Zuletzt war due Teilrepublik Tschetschenien in die Schlagzeilen geraten, weil dort Homosexuelle verschleppt worden sind. Nun sollen 27 Gefangene ohne Anklage verhaftet und getötet worden sein.

Blumen auf einer Regenbogenflagge vor der russischen Botschaft in London am 2. Juni. Zuletzt war due Teilrepublik Tschetschenien in die Schlagzeilen geraten, weil dort Homosexuelle verschleppt worden sind. Nun sollen 27 Gefangene ohne Anklage verhaftet und getötet worden sein.

Foto: Tolga Akmen / imago/ZUMA Press

Eine Zeitung berichtet, dass 27 Homosexuelle in Tschetschenien ohne eine Anklage festgenommen wurden. Laut Bericht wurden sie getötet.

Moskau.  Ein Bericht über die angebliche Hinrichtung von Dutzenden Gefangenen in der russischen Teilrepublik Tschetschenien hat große Besorgnis bei Menschenrechtlern ausgelöst.

Die kremlkritische Zeitung „Nowaja Gaseta“ veröffentlichte die Namen von 27 jungen Männern, die ohne Anklage festgenommen und in der Nacht zum 26. Januar getötet worden sein sollen. Das Blatt beruft sich auf ranghohe Informanten aus den Behörden in Tschetschenien.

Amnesty fordert Aufklärung

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International stufte den Bericht als glaubwürdig ein und forderte eine umfassende Aufklärung des Falls. „Die Sicherheitskräfte können nicht töten und foltern, nur weil sie Uniform tragen“, kritisierte Denis Kriwoschejew. Amnesty habe über mehrere Jahre hinweg Fälle von Hinrichtungen im russischen Nordkaukasus dokumentiert, sagte er.

Die Zeitung hatte in den vergangenen Monaten mehrfach von Verschleppung und Misshandlung Homosexueller in Tschetschenien berichtet. Präsident Wladimir Putin hatte in dem Fall dem autoritären Republikchef Ramsan Kadyrow den Rücken gestärkt.

Kreml: Haben Berichte zur Kenntnis genommen

Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte, er habe die Berichte zur Kenntnis genommen. Da die Quellen anonym seien, könne er keine Stellungnahme abgeben. Russlands Menschenrechtsbeauftragte Tatiana Moskalkowa sagte, sie habe zu den nun veröffentlichten Namen bereits eine Anfrage an die Ermittler geschickt. Die „Nowaja Gaseta“ hatte den Behörden vorgeworfen, die Untersuchungen zu verschleppen. (dpa)

Anm. d. Red.: In einer früheren Fassung des Textes hatten wir berichtet, bei den getöteten Männern würde es sich um Homosexuelle handeln. dpa hat diese Information später zurückgerufen. Es habe ein Übersetzungsfehler vorgelegen.