Rede

Queen sorgt mit „Europa-Hut“ für Spekulationen im Netz

Die britische Königin Queen Elizabeth II bei ihrer Rede vor dem Parlament.

Die britische Königin Queen Elizabeth II bei ihrer Rede vor dem Parlament.

Foto: Pa / dpa

Ein Hut sorgt für Wirbel: Sandte die Queen per Kopfbedeckung eine subversive politische Botschaft? Droht sogar eine Staatsaffäre?

London/Berlin.  Viel Blau, darauf ein paar gelbe Punkte, die – bei etwas Phantasie – auch kleine Sterne sein könnten. Der Hut, den die britische Königin Elizabeth II. am Mittwoch bei ihrer traditionellen Queen’s Speech vor dem Oberhaus trug, erinnerte so manchen Beobachter an die EU-Flagge.

Wollte uns die Monarchin des Landes, das sich gerade anschickt, die Europäische Union zu verlassen, damit eine subtile Botschaft übermitteln? War der Hut ein Signal an die Premierministerin Theresa May? Outete sich die Queen auf diesem Weg etwa als Europa-Anhängerin? Die britische Presse war sogleich in heller Aufregung, etwa die Tageszeitung „The Telegraph“, die fragte: „Versucht die Queen mit ihrem Hut uns etwas zum Brexit zu sagen?“.

Im Internet überschlugen sich die User mit Spekulationen. „Die Queen provoziert die britische Regierungschefin“, schrieb ein Twitterer und folgerte: „Passiver Widerstand.“ Andere lieferten für ihre These gleich den bildlichen Vergleich mit der EU-Fahne:

Queen verlas Grundzüge von Mays Programm

In ihrer Rede ließ sich Elizabeth allerdings nichts anmerken. In der feierlichen Zeremonie eröffnete sie die Versammlung im Oberhaus. Später verlas sie gewohnt emotionslos das Programm der konservativen Regierung für die kommenden zwei Jahre.

Demnach soll Großbritannien nach dem Brexit unter anderem neue Gesetze zu Zöllen, Handel und Einwanderung bekommen. Damit bereiten sich die Briten auf einen Austritt aus der Zollunion und aus dem EU-Binnenmarkt vor. Damit würde dann auch die Freizügigkeit für EU-Bürger enden, das heißt sie können beispielsweise in Großbritannien nicht mehr ohne Arbeitserlaubnis arbeiten oder in dem Land wohnen. Wegen der schwierigen Regierungsverhandlungen war die Rede um zwei Tage verschoben werden.

Terrorgefahr spiegelte sich wider

Im Mittelpunkt des Regierungsprogramms steht das sogenannte Große Aufhebungsgesetz (Great Repeal Bill), das EU-Vorschriften in britisches Recht übertragen soll. Etwa 20.000 EU-Regelungen werden in einem Schwung in nationales Recht überführt.

Nach den Terroranschlägen der vergangenen drei Monate in London und Manchester plant die Regierung auch eine neue Einsatztruppe für den Katastrophenschutz sowie eine Anti-Extremismus-Kommission.

Premierministerin Theresa May hatte bei der Wahl am 8. Juni ihre absolute Mehrheit im Parlament verloren und strebt nun eine Minderheitsregierung mit Unterstützung der zehn Abgeordneten der nordirischen DUP an. (mit dpa)