Rede

Erdogan will angeblich in Dortmund vor Anhängern sprechen

Der türkische Staatschef Erdogan will angeblich im Juli in der Dortmunder Westfalenhalle auftreten.

Der türkische Staatschef Erdogan will angeblich im Juli in der Dortmunder Westfalenhalle auftreten.

Foto: Depo Photos / dpa

Der türkische Präsident Erdogan will im Juli angeblich in Dortmund vor seinen Fans sprechen. Eine offizielle Anfrage gibt es nicht.

Essen.  Der umstrittene türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan soll einem Bericht der „Bild“-Zeitung zufolge am 9. Juli in Dortmund auftreten wollen.

Ein Sprecher der Polizei Dortmund bestätigte auf Nachfrage, dass die Beamten über eine „informelle“ Anfrage für einen Auftritt Erdogans informiert worden seien. „Informationen über eine offizielle Buchungsanfrage gibt es aber bisher nicht“, so die Polizei. Die Union Europäisch-Türkischer Demokraten (UETD), die als Lobby-Organisation der AKP gilt, dementierte am Mittwoch den Bericht.

Erdogan ist ohnehin zum G20-Gipfel in Deutschland

Erdogan wird am 7. und 8. Juli ohnehin in Deutschland erwartet. Der türkische Staatschef wird an der G20-Konferenz in Hamburg teilnehmen. Die Dortmunder Westfalenhalle, in der Erdogan demnach auftreten will, stünde am 9. Juli aber nicht zur Verfügung, sagt Hallensprecher Andreas Weber unserer Redaktion. An diesem Tag würden dort Aufbauarbeiten stattfinden.

Ob Erdogan die Gunst der Stunde dennoch nutzt und sich mit seinen Anhängern in Deutschland trifft, ist bisher unklar. Die „Union Türkisch-Europäischer Demokraten“ (UETD), die die Lobbyarbeit für Erdogans Partei AKP in Deutschland macht, und in der Vergangenheit Auftritte türkischer Politiker organisierte, war am Mittwochmorgen nicht zu erreichen.

Erdogan bei vielen deutschen Politikern unerwünscht

Bisweilen gilt Erdogan in großen Teilen der deutschen Spitzenpolitik als Persona non grata, ein Staatschef, den viele am liebsten jeden Auftritt in Deutschland verbieten würden. Zuletzt gipfelte dies vor ziemlich genau einem Jahr darin, dass die Polizei drohte, eine Kundgebung in Köln mit 30.000 Erdogan-Fans abzubrechen, wenn eine von ihm verlesene Botschaft über die Videoleinwand gespielt würde. Den persönlichen Auftritt Erdogans an der offiziell als Anti-Putsch-Demo deklarierten Veranstaltung hatten die Diplomaten im Hintergrund auf Drängen Deutschlands bereits verhindert.

Daran entzündete sich ein heftiger Streit zwischen der Türkei und Deutschland, in dessen Folge Erdogan der deutschen Regierung immer wieder Nazi-Methoden vorwarf, etwa weil sie selber Meinungsfreiheit in ihrem Land nicht dulde und in seinem Land den Demokratie-Lehrer geben würde. (sat)

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