Mainz. Höhere Rundfunkbeiträge? Die Debatte ist eröffnet, der erste Intendant kommt aus der Deckung. Er begründet sie mit simpler Mathematik.

SWR-Intendant Peter Boudgoust hält eine Erhöhung des Rundfunkbeitrags nach 2020 in Höhe der Inflationsrate für denkbar. „Die Rundfunkanstalten arbeiten daran, dass wir noch mal die Wirtschaftlichkeit erhöhen, dass wir noch mal durch neue Projekte alles daran setzen, den Anstieg des Beitrags in verträglichen Grenzen zu halten“, sagte er am Donnerstag in Mainz.

„Wir wissen, dass wir bis 2020 keine Erhöhung bekommen werden. Im Jahr 2021 geht es also darum, ob man nach insgesamt zwölf Jahren ohne Beitragserhöhung mit einer Beitragsreduzierung uns die Möglichkeit gibt, zumindest in der Größenordnung der allgemeinen Preissteigerungsrate wieder Anschluss an externe Kostenteuerungen zu finden.“ Heißt: Wenn auf der einen Seite vieles teurer wird, muss auch mehr Geld reinkommen – oder es müssen Abstriche gemacht werden.

Kommission: Mehr als ein Euro zusätzlich

Ein Haushalt zahlt derzeit 17,50 Euro pro Monat, der früher als GEZ bekannte Betrag war angesichts von Überschüssen 2015 von 17,98 Euro auf diese Höhe gesunken. Der Chef der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs von ARD, ZDF und Deutschlandradio (KEF), Heinz Fischer-Heidlberger, rechnet mit einer Steigerung nach 2020. Er sagte dem MDR Anfang Mai, er gehe davon aus, „dass das auf jeden Fall über einem Euro Zusatzbeitrag liegen wird“.

SWR-Intendant Peter Boudgoust sagt: Wenn die Sender nicht mehr Geld bekommen, geht das öffentlich-rechtliche System kaputt.
SWR-Intendant Peter Boudgoust sagt: Wenn die Sender nicht mehr Geld bekommen, geht das öffentlich-rechtliche System kaputt. © dpa | Christoph Schmidt

Boudgoust betonte, der Beitrag sei zuletzt 2009 erhöht worden. „Wir sind solidarfinanziert von einer Gemeinschaft, und wir können und wollen diese Gemeinschaft nicht überfordern“, sagte er. Wenn es nie mehr eine Erhöhung gebe, „würde dieses System wirklich Schaden nehmen und am Ende untergehen“. Deshalb gebe es Einsparungen in der ARD. „Das ZDF will ich da nicht ausnehmen.“ (dpa)