Migration

80 Prozent der Kinder von Flüchtlingen gehen in eine Kita

Eine Erzieherin mit Flüchtlingskindern.

Eine Erzieherin mit Flüchtlingskindern.

Foto: dpa Picture-Alliance / Britta Pedersen / picture alliance / Britta Peders

Eine Studie belegt Nachholbedarf bei unter Dreijährigen: Je länger Kinder in Deutschland leben, desto häufiger gehen sie in die Kita.

Berlin.  Acht von zehn Flüchtlingskindern im Alter über drei Jahre besuchen in Deutschland eine Kita. Die Betreuungsquote liegt damit nicht viel niedriger als bei allen Kindern dieser Altersgruppe, wo 95 Prozent einen Kitaplatz haben. Wie eine neue Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) zeigt, gibt es dagegen im frühkindlichen Alter, bei den unter Dreijährigen, deutliche Unterschiede.

Hier liegt die Kita-Nutzungsquote unter Kindern Geflüchteter nur etwa halb so hoch wie bei allen Kindern: Bei Familien, die schon lange in Deutschland leben, geht heute jedes dritte Kleinkind in die Kita, bei Geflüchteten sind es mit 15 Prozent nur etwa halb so viele. Auch bei der Sprachförderung von Schulkindern gibt es Nachholbedarf, wie die Studie, die unserer Redaktion exklusiv vorliegt, zeigt. Demnach bekommt weniger als jedes zweite Flüchtlingskind gezielte Sprachförderung.

Grundlagen für eine erfolgreiche Integration sollten früh gelegt werden

Die Untersuchung gibt nach Angaben des DIW erstmals repräsentativ Auskunft über die Bildungsbeteiligung von Kindern mit Fluchthintergrund. Befragt wurden rund 4500 Erwachsene, die zwischen 2013 und 2016 nach Deutschland geflohen waren. Insgesamt zeigt sich: Je länger Kinder bereits in Deutschland leben und je eher sie in einer privaten Wohnung statt einer Gemeinschaftsunterkunft leben, desto häufiger besuchen sie eine Kita.

Dass Flüchtlingskinder unter drei Jahren vergleichsweise selten in eine Kita gehen, sei problematisch, weil die Grundlagen für eine erfolgreiche Integration möglichst früh gelegt werden sollten. Bildungserfolg hänge stark von frühkindlicher Förderung ab, erklärt Frauke Peter, Bildungsökonomin am DIW. „Frühe Versäumnisse lassen sich später nur aufwendig wieder ausgleichen“, sagt sie.