Bootsunglücke

250 Flüchtlinge starben in vergangenen Tagen im Mittelmeer

Flüchtlinge in einem Gummiboot ungefähr 34 Kilometer nördlich von Libyen.

Flüchtlinge in einem Gummiboot ungefähr 34 Kilometer nördlich von Libyen.

Foto: Emilio Morenatti / dpa

Seit Freitag sind im Mittelmeer beinahe 250 Flüchtlinge ertrunken. Im Schnitt sterben immer mehr Menschen, die die Überfahrt wagen.

Genf.  Bei Schiffsunglücken im Mittelmeer sind nach UN-Angaben in den vergangenen Tagen vermutlich fast 250 Flüchtlinge ums Leben gekommen. 82 Menschen gelten nach einem Bootsunglück am Freitag als tot oder vermisst, wie das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR am Dienstag in Genf mitteilte. 50 Insassen überlebten. Bei einem Schiffbruch vor der libyschen Küste am Sonntag verloren demnach vermutlich 163 Migranten ihr Leben. Nur sieben Insassen konnten gerettet werden.

Insgesamt starben demnach seit Jahresbeginn mehr als 1300 Flüchtlinge bei dem Versuch, von Nordafrika über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen. Mehr als 43.000 Migranten haben den UN zufolge in diesem Zeitraum über die zentrale Mittelmeerroute Italien erreicht.

Flüchtlingskommissar betont Wichtigkeit von Einsätzen

Von 37 Menschen, die die gefährliche Überfahrt wagten, sterbe einer, sagte eine Sprecherin des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) am Dienstag in Genf. Vor einem Jahr sei statistisch nur einer von 136 Flüchtlingen ertrunken. Grund dafür sei auch, dass heute doppelt so viele Flüchtlinge auf ein Boot gezwängt würden als im vergangenen Jahr. Auch habe nur noch jedes zweite Boot ein Satellitentelefon dabei. Die Sprecherin lobte ausdrücklich Hilfsorganisationen für ihren Einsatz im Mittelmeer. Ohne sie gäbe es deutlich mehr Tote.

Der Flüchtlingshochkommissar der Vereinten Nationen, Filippo Grandi, betonte zuletzt nochmals die Wichtigkeit der Rettungseinsätze im Mittelmeer. Europa müsse zudem sichere Wege für Flüchtende schaffen, die etwa im Rahmen einer Familienzusammenführung einreisen. Zusätzlich müssten die Fluchtursachen bekämpft werden, um die gefährliche Überfahrt in Zukunft zu stoppen. (epd/dpa/les)