Wahlkampf

Le Pen greift Macron scharf an – Krawalle in Frankreich

Die französische Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen führt einen verbissenen Wahlkampf gegen den europafreundlichen Favoriten Emmanuel Macron.

Die französische Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen führt einen verbissenen Wahlkampf gegen den europafreundlichen Favoriten Emmanuel Macron.

Foto: CHARLES PLATIAU / REUTERS

Im französischen Wahlkampf-Endspurt attackiert Marine Le Pen ihren Konkurrenten Macron hart. In Paris ist es zu Mai-Krawallen gekommen.

Paris.  Mit harten Angriffen gegen ihren europafreundlichen Gegner Emmanuel Macron hat die Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen den Wahlendspurt in Frankreich eingeläutet. Eine knappe Woche vor dem entscheidenden Duell stellte die Rechtspopulistin Macron als Vertreter der Finanzwelt und der Globalisierung dar: „Ich rufe Euch auf, die Finanz, die Arroganz und die Herrschaft des Geldes zu verhindern“, sagte Le Pen am Montag in Villepinte bei Paris vor Tausenden Anhängern.

Le Pen warf Macron zudem vor, Frankreich „der deutschen Kanzlerin“ unterwerfen zu wollen. Den Namen Angela Merkel nannte sie in diesem Zusammenhang nicht. Le Pen hatte sich im Wahlkampf mehrfach kritisch über Deutschland geäußert und gesagt, sie wolle „nicht Vizekanzlerin von Frau Merkel sein“.

Le Pen: Macron wird von Milliardären unterstützt

Le Pen und Macron treffen am Sonntag (7. Mai) in der Wahl-Endrunde aufeinander. Der frühere Wirtschaftsminister Macron gilt in Umfragen als Favorit. Er war Investmentbanker, bevor ihn der sozialistische Präsident François Hollande 2012 als Topmitarbeiter in den Élyséepalast holte. Le Pen sagte, die Finanzwelt habe ein Gesicht – es sei Macron. Der Kandidat werde von Milliardären unterstützt.

Macron ist Chef der Bewegung „En Marche!“, die sich weder links noch rechts sieht. Der 39 Jahre alte Senkrechtstarter sagte dem britischen Sender BBC, er habe im Wahlkampf stets Europa verteidigt. Es sei aber nötig, die Europäische Union tiefgreifend zu reformieren. Le Pen will Frankreich abschotten, sich von der EU abwenden und aus dem Euro aussteigen.

Macron erinnert an von Rechtsextremen getöteten Marokkaner

Macron gedachte an der Seine-Brücke Pont du Carrousel des jungen Marokkaners Brahim Bouarram, der 1995 von Menschen ermordet wurde, die der extremen Rechten nahestanden.

Marine Le Pens Vater, der Front-National-Gründer Jean-Marie Le Pen, legte vor dem Denkmal der französischen Nationalheldin Jeanne d'Arc in Paris – wie schon in früheren Jahren – einen Kranz nieder. Der 88-Jährige war aus der Partei geworfen worden, ist aber nach einer richterlichen Entscheidung immer noch FN-Ehrenvorsitzender.

Vermummte werfen Molotow-Cocktails im Pariser Osten

Zum 1. Mai gingen wieder zahlreiche Menschen auf die Straße, in der Hauptstadt gab es getrennte Märsche. Die gemäßigte Gewerkschaft CFDT hatte dazu aufgerufen, am Sonntag für Macron zu stimmen. Die radikaler eingestellte CGT und andere Gewerkschaften weigerten sich hingegen, für Macron einzutreten.

Im Pariser Osten kam es am Rande der CGT-Demonstration zu Ausschreitungen. Vermummte warfen Molotow-Cocktails, die Polizei setzte nach Angaben des Nachrichtensenders BFMTV Tränengas ein. Es seien zwei Bereitschaftspolizisten verletzt worden, so der Sender. Insgesamt waren 9000 Polizisten und Soldaten im Einsatz. (dpa)