Konflikt

Trump lädt in Korea-Krise auch thailändischen Junta-Chef ein

Nordkoreanische Kommandosoldaten bei einer Militärparade in Pyongyang Mitte April.

Nordkoreanische Kommandosoldaten bei einer Militärparade in Pyongyang Mitte April.

Foto: Wong Maye-E / dpa

US-Präsident Trump setzt auf umstrittene Verbündete im Vorgehen gegen Nordkorea. Dessen Führung droht unterdessen mit neuen Atomtests.

Washington/Bangkok/Pjöngjang.  US-Präsident Donald Trump hat nach dem umstrittenen philippinischen Präsidenten Rodrigo Duterte auch den thailändischen Regierungschef Prayut Chan-o-cha ins Weiße Haus eingeladen. Ein Termin für das Treffen mit dem Militärmachthaber wurde aber noch nicht festgelegt, wie ein Regierungssprecher in Bangkok am Montag sagte.

Beide hätten in einem Telefonat am Sonntagabend über die Bedrohung durch Nordkorea und die Beziehungen zwischen ihren Staaten gesprochen. Aus dem Weißen Haus in Washington hieß es, Trump und Prayut hätten die langjährige Allianz beider Staaten bekräftigt, die zur Stabilität der Region Ostasien beitrage.

Trumps Stabschef verteidigt Einladung Dutertes

Der ehemalige Armeechef Prayut hatte die gewählte Regierung Thailands nach wochenlangen Demonstrationen im Mai 2014 gestürzt. Seither wird das Land von einer Militärregierung geführt, Wahlen sind erst für 2018 vorgesehen.

Trumps Stabschef Reince Priebus verteidigte die Einladung Dutertes gegen Kritik: „Das bedeutet nicht, dass Menschenrechte für uns nicht wichtig sind. Aber die Gefahren aus Richtung Nordkorea sind so ernst, dass wir mit so vielen Partnern wie möglich in der Region zusammenarbeiten müssen“, sagte er am Sonntag dem Sender ABC.

Menschenrechtler sprechen von 7000 Toten seit Juni 2016

Trumps Vorgänger Barack Obama hatte Duterte wegen des brutalen Vorgehens seiner Regierung gegen die Drogenszene des Landes mehrfach ermahnt. Seit Dutertes Amtsantritt im Juni 2016 wurden nach amtlichen Angaben mehr als 2500 mutmaßliche Drogenkriminelle getötet. Menschenrechtler gehen von mehr als 7000 Toten aus.

Das international isolierte Nordkorea hat unterdessen indirekt mit der Fortsetzung seiner Atomtests gedroht. Das Außenministerium in Pjöngjang unterstellte den USA am Montag erneut eine „feindselige Politik“ und atomare Erpressung. „Die Maßnahmen der Volksrepublik für den maximalen Ausbau seiner Atomstreitmacht werden auf Befehl der obersten Führung zu jeder Zeit und an jedem Ort in aufeinanderfolgender Weise ergriffen“, hieß es in der von den Staatsmedien veröffentlichten Erklärung.

Nordkorea will Ausbau seiner atomaren Abschreckung beschleunigen

Der Ton zwischen Washington und der kommunistischen Führung in Pjöngjang ist in den vergangenen Wochen nach neuen Raketentests durch Nordkorea schärfer geworfen. Nordkorea hatte am Samstag entgegen Verboten durch UN-Resolutionen erneut eine ballistische Rakete abgefeuert. Der Test schlug nach Angaben Südkoreas jedoch fehl. Südkorea geht davon aus, dass das Nachbarland derzeit auch einen weiteren Atomtest vorbereitet.

Nordkoreas Außenministerium warf den USA erneut vor, durch ihre Militärmanöver mit Südkorea einen Angriff vorzubereiten, was beide Länder aber bestreiten. Die neue Nordkorea-Politik des „maximalen Drucks und Engagements“ sei unter anderem darauf aus, die Sanktionen gegen Pjöngjang zu verschärfen, hieß es. Nordkorea werde daher die Maßnahmen zum Ausbau seiner atomaren Abschreckung beschleunigen.

Trump hatte bereits mehrfach mit Alleingängen im Konflikt mit Nordkorea gedroht und auch einen Militärschlag nicht ausgeschlossen. (dpa)