Brexit

In diesem Londoner Hochhaus zahlt EU noch bis 2039 Miete

Die Arzneimittelbehörde hat seit 2014 ihren Sitz im Bürogebäudekomplex „Canary Wharf". Sie uns die Unternehmensberatung Ernst & Young residieren in dem 23-stöckigen Gebäude mit den Pfeilern davor.

Die Arzneimittelbehörde hat seit 2014 ihren Sitz im Bürogebäudekomplex „Canary Wharf". Sie uns die Unternehmensberatung Ernst & Young residieren in dem 23-stöckigen Gebäude mit den Pfeilern davor.

Foto: mattbuck (CC-BY-SA 4.0)

Auch nach dem Brexit fließen noch Hunderte Millionen nach London: Die EU hat sich an einer teuren Adresse bis 2039 eingemietet.

London/Brüssel.  Der Umzug der EU-Arzneimittelagentur aus London könnte teuer werden. Der Mietvertrag der EU-Behörde, die in der Folge des Brexits voraussichtlich Großbritannien verlassen wird, läuft einem Dokument des Europäischen Parlaments zufolge bis zum Jahr 2039.

Bis dahin sei noch eine Miete von insgesamt 347,6 Millionen Euro fällig und der Vertrag enthalte keine Ausstiegsklausel. Das hätten die Mitglieder des Haushaltskontrollausschusses mit Sorge festgestellt, heißt es in einer Zusammenfassung ihres Prüfberichts.

Die Arzneimittelagentur mit mehr als 800 Beschäftigten und einem Jahresbudget von über 300 Millionen Euro bereitet sich dem Ausschuss zufolge bereits auf den Umzug vor. Sie hat ihren Sitz seit 2014 unter der Adresse 25 Churchill Place in einem in den vergangenen Jahren entstandenen Boomviertel.

Einige EU-Staaten wollen Behörde aufnehmen

Nach Medienberichten haben verschiedene EU-Staaten schon ihr Interesse bekundet, die EU-Behörde bei sich anzusiedeln. Vielleicht können die ja mit günstigen Mieten punkten... Die Behörde ist für die Zulassung neuer Medikamente zuständig. Der Haushaltskontrollausschuss des Parlaments forderte die Behörde auf, ihm weitere Entwicklungen bezüglich des Mietvertrags in London mitzuteilen.

Mit der Europäischen Bankenaufsicht ist eine weitere EU-Behörde in der britischen Hauptstadt untergebracht. Die finanziellen Folgen des Brexits dürften eine zentrale Rolle in den bevorstehenden Verhandlungen der EU mit der Regierung in London spielen. (dpa)