Israel-Besuch

Wegen dieser Gruppen sagte Netanjahu seinem Gast Gabriel ab

Teilnehmer einer Demonstranten gegen Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu in Tel Aviv haben symbolisch ihren Mund verklebt.

Teilnehmer einer Demonstranten gegen Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu in Tel Aviv haben symbolisch ihren Mund verklebt.

Foto: BAZ RATNER / REUTERS

Sigmar Gabriels Gespräch mit Regierungskritikern führte zum Eklat in Israel. Wer sind diese Gruppen und was fordern sie? Ein Überblick.

Tel Aviv.  Ein Treffen von Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) mit Ministerpräsident Benjamin Netanjahu in Israel ist geplatzt, weil sich Gabriel auch mit regierungskritischen Organisationen treffen wollte. Diese vier sind mit dabei:

• Breaking the Silence. „Das Schweigen brechen“ ist eine Organisation, die sich für ein Ende der israelischen Besatzung im Westjordanland einsetzt. Die Gruppe, die selbst vor allem aus Soldaten und Reservisten besteht, befragt Armeeangehörige zu ihren Erlebnissen in den Besatzungsgebieten und veröffentlicht die Berichte anonym. Dabei geht es laut der Organisation um systematisches Fehlverhalten in der Armee.

• Betselem. Die Organisation wurde 1989 von Intellektuellen und Anwälten gegründet. Sie will nach eigenen Angaben auf Menschenrechtsverletzungen in den besetzten Palästinensergebieten aufmerksam machen. Sie dokumentiert unter anderem den israelischen Siedlungsausbau, Zerstörungen von Häusern von Palästinensern und Angriffe von Siedlern auf Palästinenser.

Netanjahu droht mit Absage von Gabriel-Treffen
Netanjahu droht mit Absage von Gabriel-Treffen

• Peace Now. „Frieden jetzt“ entstand 1978 im Zuge der Bemühungen um einen Friedensvertrag mit Ägypten. Die Mitglieder sind davon überzeugt, dass eine friedliche Lösung für den Nahost-Konflikt zwei Staaten bedeuten muss: Israel und Palästina. Peace Now bekämpft nach eigenen Angaben den Siedlungsbau.

• The Geneva Initiative. Die Genfer Initiative wurde von israelischen und palästinensischen Politikern und Intellektuellen gegründet, die im Dezember 2003 in Genf symbolisch ein Friedensabkommen unterzeichneten. Sie wirbt für direkte Verhandlungen zwischen Israelis und Palästinensern, um eine Zwei-Staaten-Lösung zu erreichen. (dpa)