Wirtschaftshilfe

Ministerin Zypries will 100 Millionen Euro für Afrika geben

Brigitte Zypries (SPD) ist Nachfolgerin von Sigmar Gabriel im Wirtschaftsministerium.

Brigitte Zypries (SPD) ist Nachfolgerin von Sigmar Gabriel im Wirtschaftsministerium.

Foto: Peter Hartenfelser / imago/Hartenfelser

Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries will eine Partnerschaft mit Afrika. Das Programm soll auch die Migration nach Europa eindämmen.

Berlin.  Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) will mit einem neuen, 100 Millionen Euro umfassenden Programm die wirtschaftliche Entwicklung in Afrika unterstützen. Die Initiative „Pro! Afrika“ solle den Weg für eine vertiefte Kooperation und mehr privatwirtschaftliches Engagement bereiten, Beschäftigungsperspektiven schaffen und damit auch der Migration in Richtung Europa entgegenwirken, heißt es in dem Konzept, das unserer Redaktion vorliegt.

Zypries sagte: „Wir wollen mit unseren wirtschaftlich starken Partnern in Afrika gute Geschäftsbeziehungen auf Augenhöhe eingehen.“ Das Programm hebe sich bewusst von herkömmlichen Konzepten ab: „Uns geht es nicht um Aufbauhilfe, Transferleistungen oder Entwicklungshilfe“, sagte die Ministerin unserer Redaktion. „Uns geht es um gleichberechtigte Wirtschaftspartnerschaft mit den Ländern des afrikanischen Kontinents.“

Deutsche Unternehmen sollen mehr in Afrika investieren

Das Programm, das Zypries in dieser Woche mit Spitzenverbänden der Wirtschaft beraten und dann offiziell vorstellen will, sieht vor allem die Ausrichtung vorhandener Instrumente auf Afrika vor: So sollen Hermes-Bürgschaften, mit denen der Bund Exportkredite absichert, attraktiver gemacht werden. Vorgesehen ist der Ausbau der Außenhandelskammern und die Förderung von betrieblicher Ausbildung durch ein Fachkräfteprogramm. Im Ministerium soll ein „Afrika-Lotse“ deutschen Unternehmen bei Fragen zum Engagement in afrikanischen Staaten beraten.

Geplant ist auch der Aufbau eines Start-up-Finanzierungsfonds, der in ausgewählten Städten Afrikas lokale Gründer mit deutschen Unternehmern vernetzen soll. Zypries will aber auch gemischte Wirtschaftskommissionen mit afrikanischen Ländern einrichten, die Verwaltungspartnerschaft mit den Ländern Nordafrikas ausbauen und die Wirtschaftskompetenz in ausgewählten Botschaften Deutschlands verstärken.

Zudem sollten afrikanischen Unternehmen fortschrittliche Management- und Kooperationskompetenzen vermittelt werden, erklärte die Ministerin. Für das Programm wolle ihr Haus „2018 zusätzlich 100 Millionen Euro bereitstellen“.

Afrika ist bereits Schwerpunkt der deutschen G20-Präsidentschaft

In dem Konzept wird betont, dass die wirtschaftlichen Verflechtungen Deutschlands mit Afrika schon jetzt sehr eng seien; das Handelsvolumen habe im vorigen Jahr rund 41 Milliarden Euro betragen. Zypries verwies darauf, dass die Verbreitung moderner digitaler Technologien in vielen Ländern Afrikas in rasantem Tempo voranschreite. „Wir starten deshalb eine neue Digitalisierungs- und Innovationspartnerschaft mit Afrika“, sagte sie.

Das Programm der Wirtschaftsministerin ist Teil einer neuen Strategie der Bundesregierung. Afrika ist bereits Schwerpunkt der deutschen G20-Präsidentschaft in diesem Jahr, für Mitte Juni ist ein Afrika-Gipfel in Berlin geplant. Entwicklungshilfeminister Gerd Müller (CSU) hat angekündigt, die Entwicklungshilfe stärker auf wirtschaftlich erfolgreiche Länder Afrikas zu lenken.